Romance

Cover zu Weit wie das Meer von Nicholas Sparks

Teresa Osborne, alleinerziehend und unglücklich seit ihrer Scheidung, findet eines Tages eine Flaschenpost am Strand, die so voller Trauer, aber auch Worten der Liebe ist, dass sie den Brief anonymisiert kurzerhand in ihrer Kolumne veröffentlicht. Zwei weitere Briefe gleicher Art und vom selben Absender treffen bei ihr ein und schließlich macht sich Teresa auf die Suche nach diesem Mann, der so wunderbar poetisch seinem Schmerz Ausdruck verleiht.

Bevor ich mich zu einer Rezension hinreißen lasse, möchte ich anmerken, dass dieses Buch mein erster Sparks war. In geschriebener Form. Zuvor kannte ich nur die Verfilmung von Für immer der deine (The Lucky One) und fand diesen gar nicht so schlecht. Leicht, aber nicht zu überkitscht. Da ich mich als Schriftsteller dem Liebesroman nähern will, dachte ich, ich greif auch gleich zu einem Roman vom Meister der Tränendrücker (wie seine Romane in der Amazon-Rezension zu Weit wie das Meer bezeichnet werden).

Das Tränendrücken blieb bei mir allerdings aus. Zwar sind mir beide Hauptfiguren, Teresa und Garrett, sehr sympathisch und so ein bisschen Drücken mag ich Garett wegen dem, was ihm passiert ist, schon ganz gern — nur leider plätschert die Geschichte vor sich hin, kommt nicht aus dem Knick und dann ist das Ende — für mich überraschend — alles andere als positiv. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht und hätte es auch nicht zu kitschig gefunden.
Insgesamt hielt sich der Kitsch aber auch zurück, glücklicherweise. Das junge Glück der beiden ist, ja, schon perfekt. Gerade Terasas Sohn ist knuffig und versteht sich prima mit Garrett. Nur kriegt der irgendwann natürlich spitz, wieso Teresa ihn traf, fühlt sich hintergangen, streitet sich mit und trennt sich dann von ihr. Beide raufen sich zwar zusammen, jedoch … möchte ich euch jetzt nicht spoilern. 😉
Das einzige, was mir etwas merkwürdig vorkam, war, dass beide nach dem ersten Kuss auch gleich miteinander schlafen. Mir war das zu schnell und ich hätte mir in der Hinsicht eine gefühlvollere Entwicklung gewünscht.

Empfehlen würde ich das Buch nur hartgesottenen Romantiklesern, zur Recherche oder wenn man von der Arbeit einen furchtbar dicken Kopf hat.

——

Sparks, Nicholas: Weit wie das Meer
B00BWOLH64 / 978 3 641 06012 1
Wilhelm Heyne Verlag (Random House GmbH)
März 2013, 336 Seiten (TB)
E-Book

Thriller

Menley Nichols knabbert immer noch am Tod ihres Sohnes als sie mit ihrem Mann und ihrem gemeinsamen Baby in ein Ferienhaus am Strand in Cape Cod zieht. Doch dann geschehen mysteriöse Dinge in diesem alten Kapitänshaus, das eine düstere Vergangenheit umgibt, und Menley fürchtet alsbald um die Sicherheit ihrer kleinen Familie.

Ich habe eine Schwäche für Dinge, die in irgendeiner Form mit dem Meer oder der Seefahrerei zu tun haben; so verwundert es nicht, dass ich diesem Buch nicht widerstehen konnte als ich es in der Grabbelkiste eines Secondhandshops liegen sah. (Wobei der erste Impuls vom schicken Retro-Cover ausging.)
Enttäuscht wurde ich nicht, denn obwohl sich die Geschichte nur langsam entfaltet, steigt doch die Spannung kontinuierlich und ich bin Frau Higgins Clark auch auf den Leim gegangen, was den Hintergrund der mysteriösen Vorkommnisse im Kapitänshaus angeht.
Zwischendurch kam ich immer mal wieder mit den Charakteren durcheinander. Cape Cod ist natürlich bevölkert und neben dem Kapitänshaus, geht es auch um einen Mord an der lokalen Schönheit, deren kurz zuvor angetrauter Ehemann dadurch stinkereich wird und unter Verdacht gerät, nicht ganz unschuldig zu sein. Natürlich trifft es sich ganz gut, dass Menleys Mann Adam Anwalt ist, sodass dieser den Ehemann vertritt. Hinzu kommen dann noch eine langjährige Freundin von Adam, die stark mit ihm flirtet, und Phoebe, eine Professorin, die Recherchen über die Geschichte von Cape Cod anstellte, nun jedoch unter weit fortgeschrittenem Alzheimer leidet und von ihrem Mann gepflegt wird. Ich mochte Phoebe ganz gern, leider taucht sie selten auf und das Potential der Figur wird nicht ausgenutzt. (Genervt war ich hingegen von Elaine, leider kommt sie als langjährige Freundin entsprechend oft vor.)

Sprachlich gesehen ist Das Haus auf den Klippen ein guter Schmöker und auch wenn es sicherlich keine Weltliteratur ist, so mag ich es als Leseerlebnis doch nicht missen.
Zu empfehlen ist es für Fans von John Carpenter.

——

Higgins Clark, Mary: Das Haus auf den Klippen
3 453 10836 1
Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG
1996, 334 Seiten
Paperback

Aus dem Off, Neuzugänge

Ah, es hört nicht auf. 😀 Mein Bücherregal bekommt wieder Zuwachs, etwas, worauf ich schon eine Weile gewartet habe. (Waren Importe. 🙂 )

The Girl who fell beneath Fairyland and let the Revels there
The Girl who soared over Fairyland and cut the Moon in two
jeweils von Catherynne M. Valente

Außerdem noch:
Kulturkompass fürs Handgepäck:
Reise nach Bali /
Reise nach Myanmar /
Reise auf die Malediven

Klang der Gezeiten von Emily Bold

SuB-Höhe liegt bei 79 Büchern. Ca.
Dunkelziffer nicht einberechnet. 🙂

Romance

Cover zu Die Wünsche meiner Schwestern von Lisa Van Allen

Nach Mariah Van Rippers Tod, ist ihre Nichte Aubrey völlig aufgeschmissen. Nicht nur trauert sie um den Verlust, sie muss auch das Geschäft der Van Rippers übernehmen. Denn die Frauen dieser Familie sind etwas ganz besonderes: Sie stricken Zauber in ihre Gestricke. Allerdings ist das nicht umsonst und auch nicht jeder Zauber wirkt immer …

In erster Linie dreht es sich in Die Wünsche meiner Schwestern weniger um deren Wünsche als darum, dass Aubrey und ihre Schwestern (Bitty, Meggy) sich zusammen raufen und die Strickerei (ein altes Haus, an dem seit Generationen aus magischer Überzeugung nichts gemacht wurde) vor dem Abriss bewahren, denn die Stadt Tarrytown plant das Viertel abzureißen und dort einen Einkaufstempel hin zubauen. Hinzu kommen für Aubrey romantische Verwirrungen mit Vic, ihrem heimlichen Schwarm.
Leider hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Geschichte dabei nicht so recht weiß, wo sie hin will, da sie stark zwischen diesen drei Aspekten schwankt und sich auch gemächlich entwickelt. Zumal mir die romantischen Szenen zwischen Aubrey und Vic gelegentlich zu schmalzig waren. Aber letztlich tut das dem Lesevergnügen insgesamt keinen Abbruch.
Verlieren konnte ich mich hingegen ohne Probleme im Setting (Herbst und Halloween <3), in der Sprache und der Darstellung der Magie. Es wird die ganze Geschichte über nicht klar, ob diese Magie nun existiert oder nicht bzw. ist es letztlich auch nicht wichtig. Entweder glauben die Menschen daran oder sie tun es nicht -- entweder funktioniert Magie gerade wegen des Glaubens oder sie funktioniert wegen fehlenden Glaubens eben nicht. Man kann es also drehen und wenden wie man mag. Ich mochte diesen Aspekt sehr gern. Genauso gefiel mir die Geschichte hinter der Strickerei sehr. (Frauen strickten in einem Krieg ihren Männern rote Fäden mit dem Wunsch, dass sie lebend wieder kämen, in deren Socken -- und jene mit diesen Socken kamen auch zurück.) Insgesamt gesehen ist es eine gemächliche, aber bezaubernde Geschichte, die einen Blick wert ist. ------ Van Allen, Lisa: Die Wünsche meiner Schwestern 978 3 352 00869 6 Rütten und Loening (Aufbau Verlag GmbH & Co. KG) 1te Auflage 2013, 445 Seiten Klappbroschur

Aus dem Off, Neuzugänge

Da hatten wir letzte Woche so ein schönes Wetter und ich musste arbeiten. Und wie kompensiere ich das? Genau, indem ich einfach Bücher kaufe. ;D
Mea culpa, Geldkonto; es ist ein Segen und ein Fluch.

Momo von Michael Ende

Ich stöberte in der KiJu-Buch-Abteilung, aus reiner Neugier, weiß gar nicht mehr, ob ich etwas bestimmtes suchte. Dann hatte ich das Buch in der Hand und dachte mir: Warum eigentlich nicht. Als Kind habe ich es nie gelesen und irgendwann will man ja doch mal mitreden. (Bisher mache ich immer noch einen furchtbar großen Bogen um Die unendliche Geschichte.)

Die zerbrochene Welt von Ralf Isau

Ich lese ja immer noch Die Dunklen von ihm und auch wenn mich die Protagonistin oft den Kopf schütteln lässt und ich das Gefühl habe, dass Isau viel vom Plot vertut — so reicht es doch trotzdem aus, dass ich ihm eine zweite Chance geben will. Mal sehen, ob wir noch Lesefreunde werden.

Poppet von Mo Hayder

Hatte es als dt. Übersetzung für den Laden bestellt und schlich schon eine Weile drumherum. 14,99 EUR für eine Klappbroschur und so ein unhandliches Format gefielen mir aber nicht, also habe ich mir das englische Taschenbuch gekauft.

The Fellowship of the Ring von J.R.R. Tolkien

Es wurde Zeit. Und weil ich mich nicht lumpen lassen will — und mir einbilde, dass mein Englisch das her gibt — eben in Originalsprache.

Wir sind also bei 71 angekommen.
Ich brauch frei.
Oder muss schneller lesen lernen. 😀

PS: Was ich noch vergessen habe:

Indiana Jones und das Schwert des Khan von Wolfgang Holbein
Das Haus auf den Klippen von Mary Higgins Clark

Beide aus einem Secondhandladen. Mir war einfach so als ich vorüber ging und schnelles Lesefutter brauchte.

Aus dem Off, Neuzugänge

Auch wenn der Blog alles andere als fertig eingerichtet ist, starte ich schon einmal aus der Kalten heraus und füttere meinen SuB.
Als da wären:

Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookstore von Robin Sloan
Endlich hat es Mr. Penumbra auch in die deutschen Buchläden geschafft. Da ich auf der letzten Frankfurter Buchmesse allerdings kein Leseexemplar abgreifen konnte und mir das HC auch zu teuer ist, probiere ich es einfach mit dem englischen Taschenbuch.

Das Lavendelzimmer von Nina George
Gibt es jetzt auch endlich im TB. Ick freu mir drauf.

Die Wünsche meiner Schwestern von Lisa Van Allen
Dieses Büchlein gibt es allerdings schon länger. Ich habe es mir auf Empfehlung einer Freundin zugelegt. Mal sehen. Ganz phantastiklos ist es zum Glück ja nicht.

Die schönsten Radtouren rund um Dresden
Zu guter Letzt noch ein kleiner Radführer für die Heimat. 🙂 Mal gucken, wann ich ihn einsetzen kann. Bisher bin ich immer noch ohne Fahrrad.

Mein SuB steigt damit um drei auf 67 — allerdings ist er immer noch unvollständig. Gefühlt 20 Bücher fehlen bestimmt…