Hörbuch & Hörspiel, Nerdistan

Für Kee und Nick hatte das Leben bisher keine weltbewegenden Pläne im Petto, und so halten die beiden alternden Spielehelden die Nachricht „Welcome to Datacorp“ aus Raid Over Moscow zuerst für ein überzogenes Klischee. Doch die beiden wäre nicht immer noch dort, wo sie schon vor zehn Jahren waren, würden sie nicht doch der fixen Idee nachgehen und das Rätsel um Datacorp lösen wollen.

Es ist sehr schade, dass bisher nur der erste Band von David Nathan und Simon Jäger vertont wurde, den beiden zuzuhören ist einfach die größte Freude am Buch, dicht gefolgt von der Sprache, die erfrischend abwechslungsreich und salopp ist (im Wust von Übersetzungen geht das Bunte unserer Sprache ja auch gern mal verloren). Aber auch allerlei Anspielungen und Seitenhiebe auf die achtziger Jahre und heute hebten meine Stimmung. Genauso hatte ich meinen Spaß an Kees Ausführungen zu alter Technik und Spielen, von denen ich als U30 vieles nur vom Hörensagen oder durch Emulatoren kenne. (Aber immerhin, meine erste Konsole war ein Game Boy mit Tetris. Und beide funktionieren noch. Wenn ich nur wüsste, wo der Game Boy ist …) Dass neben allem die Geschichte etwas abfällt, ist kein Beinbruch – wenn man eben Spaß an Retronostalgie hat.
Schade fand ich nur, dass Kee als Figur etwas blass bleibt. In erster Linie definiert er sich über seinen Freund Nick und man erfährt nur zwischen den Zeilen was Kee für ein Mensch ist. Als sich die Wege der beiden dann im letzten Viertel trennen, ist es nur logisch, dass Kee weiterhin von Nick erzählt als wäre er bei ihm. Ziwschendurch hatte ich sogar den kurzen Gedanken, ob Nick nicht nur eine Einbildung ist, ein Alterego. Zum Glück bestätigt sich das letztlich doch nicht.
Was das Buch aber auf alle Fälle nicht ist, ist ein Thriller oder Krimi, dafür verliert Kee sich zu oft und zu ausführlich in Nostalgieanfällen. Die Spannung, wenn man das nennen kann, bleibt die ganze Zeit über auf dem gleichen Niveau und Nick und Kee zuckeln gemächlich durch den Plot. Aber manche Geschichten brauchen das, und wenn man Extraleben in erster Linie als spaßigen Retrotrip liest, wird man über die Gemütlichkeit schnell hinweg lesen. Oder in meinem Falle auch dank den Sprechern hinweg hören.

Gillies, Constantin: Extraleben
B007Z3T7UO
Marctropolis
April 2012
Hörbuch, ca. 7h

Hörbuch & Hörspiel, Science Fiction

Hiroshi, Sohn eines reichen Amerikaners und einer japanischen Wäscherin, hat bereits als Halbwüchsiger einen Plan wie er die Ungerechtigkeit der Welt abschaffen kann, indem er alle Menschen zugleich reich machen will. Seiner Freundin Charlotte, Tochter des französischen Botschafters in Tokio, erklärt er seinen Plan erst Jahre später nachdem er selbst mit einer technischen Spielerei zu Reichtum gekommen ist und für seine Idee Investoren gefunden hat. Dummerweise ist er nicht der erste mit dieser Idee, und seine Vorgänger vor tausenden von Jahren haben sie auch nicht gerade zum Wohle der Menschheit eingesetzt.

Herr Eschbach ist einer der wenigen Autoren, die sich seit Jahren ganz oben halten in den Beststellerlisten und entsprechend kann man hoffen, auf halbwegs unterhaltsame Literatur zu stoßen. In diesem Falle nur leider weit gefehlt. Herr Eschbach, was war nur los?
Zugegeben, es war mein erster Eschbach, ich kannte bisher nur die Verfilmung des Jesus Videos, was mir allerdings genug war, um Gutes zu hoffen. Tja, und dann sah ich mich unversehens in einer Geschichte wieder, die zur Hälfte in weiten Teilen belanglos und völlig schnarchlangweilig war. Nur weil die Grundsteine für eine Geschichte lange in der Vergangenheit liegen, muss man nicht unbedingt die ganze Lebensgeschichte der Figuren von den Grundsteinen an erzählen bevor man zur eigentlichen Geschichte kommt. Bei Der Herr aller Dinge ist das aber leider der Fall.
Das Buch beginnt mit Hiroshi und Charlotte im Kindesalter in Tokio und schildert wie beide sich kennen lernen, begleitet sie dann wie sie sich auseinander leben und nur alle Jubeljahre wieder sehen bis Charlotte ungefähr nach zwei Dritteln des Buches eine Arktisreise antritt und dabei auf technische Hinterlassenschaften trifft, die außerirdisch anmuten – sie sogleich aber auch an Hiroshis Erfindung erinnern und sie ihn deswegen anruft. Als wären die ersten zwei Drittel des Buches im Nachhinein angepappt wurden, weil man sonst fürchtete das Buch würde zu dünn, nimmt die Geschichte mit der Arktisreise an Fahrt auf, führt eine ziemlich irre Verschwörung ein und endet für mich sehr unbefriedigend und willkürlich.
Neben der Tatsache, dass manche Dinge sehr abstrus sind (eine Vorzivilisation, von denen es keine Nachlassenschaften gibt, und die Raumschiffe gebaut hat, deren einziger Zweck es ist, andere belebte Planeten zu zerstören), haben mich die Charaktere am meisten geärgert. Hiroshi, weil er keine tieferen Bindungen mit anderen Menschen eingeht und es nicht einmal fertig bringt, Charlotte seine Gefühle zu gestehen – und Charlotte, weil es mit ihr das Gleiche ist, sie aber vor allem die meiste Zeit sehr passiv agiert und mehr eine Beobachterin ist als eine handlungstragende Figur. Zumal sie ihre tolle, übernatürliche Fähigkeit (sie kann sehen und fühlen, was Menschen fühlten als sie bestimmte Dinge in der Hand hatten) im Laufe der Geschichte einfach verliert. Anstatt sie bspw. in der Antarktis anzuwenden und das Tagebuch eines russischen Wissenschaftlers zu entschlüsseln, müht sie sich in sterblicher Kleinstarbeit ab und übersetzt es umständlich… weil Charlotte Sprachen auch nur übers Hören lernt, und nie das Lesen dazu. Ehrlich, wie blöd muss man sein? Wenn man die Sprache schon wie ein Muttersprachler sprechen kann, ist es doch nicht so schwer, noch lesen zu lernen.
Aber das Ärgerlichste war das Ende, bei dem sich Hiroshi völlig feige aus der Affäre zieht und die Erde zum Sterben zurück lässt. (Ich mein, das Raumschiff ist doch immer noch da? Ich erinnere mich jedenfalls nicht, dass dieser Strang abgeschlossen wurden wäre.) Natürlich ist trotzdem alles Friede Freude Eierkuchen, weil Hiroshi Charlotte endlich seine Gefühle gesteht und ihr ein recht… makabres Erinnerungsstück hinterlässt.
Insgesamt gesehen einfach ein Thriller ohne Thrill, bei dem selbst der Sprecher droht einzuschlafen.

—-

Eschbach, Andreas: Herr aller Dinge
B0083JDZLQ
Lübbe Audio
September 2011
Hörbuch, ca. 24 Stunden

Aus dem Off, Neuzugänge

Letzten Monat habe ich mich doch arg zurück genommen und mir bei jeder Versuchung meinen rieisgen SuB/ SaB vorgestellt. Bei ein paar Büchern konnte ich trotzdem nicht widerstehen.

The Ghost von Robert Harris

Der Ghostwriter ist einer meiner liebsten Filme, und letztens habe ich mich beim Schauen gefragt wie wohl das Buch dazu geschrieben ist, und ob es vor allem mehr auf schriftstellerische Aspekte eingeht als der Film.

Die Marmortreppe von Robert C. Marley

Mir war nach einem viktorianischen Krimi, der nicht allzu lang ist, da kam mir die Kurzgeschichte zum Reinschnuppern gerade recht. Bisher liest sie sich ganz gut und hat tatsächlich etwas von Jane Marple, das mir gefällt.

Digital Freedom von Hung Pham und Matt Stone

Ich lese ein paar Marketing-Newsletter, was Selbstständigkeit und Internet anbelangt, und bei einem gab es dieses Buch die ersten Tage kostenfrei. Aus reiner Neugier konnte ich natürlich nicht Nein sagen. Mal schauen wie anwendbar die Sachen sind, da es sich um amerikanische Autoren handelt.

Ernest Hemingway on Writing

Ich dachte, dass im Buch einzelne Briefe abgedruckt wären, ähnlich wie in Mario Vargas Llosas Briefe an einen Schriftsteller (nur dass es sich bei Hemingway um echte Briefe handelt). Allerdings ist es mehr eine Zitatesammlung zu verschiedenen Themen, bei denen mir manchmal der Kontext fehlt. Ich habe bisher aber auch nur reingeblättert, vielleicht gibt es sich noch, wenn man alle Zitate zusammen betrachtet.

Meine Frau die Füchsin/ Der Mann im Zoo von David Garnett

Im Zirkel laufen schon die Bits heiß, da das NaNoWriMo-Unterforum eröffnet wurde und alle fleißig ihre Romane vorstellen. In einem Thread fiel dabei der Titel Meine Frau die Füchsin, was mich gleich neugierig gemacht hat. Also habe ich mir eine antiquarische Ausgabe besorgt, die älter als meine eigene Mutter ist. Leider müffelt das Buch nach abgestandenem Papier, was beim Lesen zum Glück nicht allzu sehr auffällt. Erst später ist mir natürlich eingefallen, warum ich es nicht auf Englisch geholt habe, aber gut, so schlimm wird die Übersetzung schon nicht sein. (Außerdem ist es ein Doppelband mit interessanten Covern.)

Aus dem Off, Currently Reading Galore

Schon ist wieder fast ein Monat rum, und ich bin nur wenig voran gekommen. Nachdem ich meinen SaB ordentlich eingedampft hatte, konnte ich nur in Minischritten diesen Monat an drei Büchern lesen, und sogar eins beenden, das ich noch gar nicht auf den SaB gepackt hatte.

Thaddeus und der Februar von Shane Jones

Ich bin auf Seite 49 und so langsam entfaltet sich eine Geschichte, auch wenn ich noch nicht weiß, was ich von ihr halten soll. Einerseits sind die knackig kurzen… Kapitel, Abschnitte, Berichte(?) schnell zu lesen, andererseits machen sie mir in ihren unterschiedlichen Stilen manchmal doch Probleme, und wenn ich mich nicht ganz vermache, bin ich bisher durch drei oder vier Perspektiven gerutscht und auch einen Erzähler gibt es dazwischen. Aber das müsste ich nochmals genauer auseinander nehmen.
Was mir hingegen sehr gefällt, auch wenn es zum Buch selbst nicht so viel beizutragen hat, ist das glitzernde Papier des eigentlichen Einbands, das mich an Schnee erinnert. Da ist es schon fast schade, dass das Büchlein mit einem (recht einfachen) Umschlag daher kommt.

Liminale Personae von Alessandra Reß

Ich hab’s endlich wieder gefunden und konnte weiterlesen. Die Hauptfigur ist mittlerweile aus der abgesperrten Stadt heraus gekommen und in einem Dorf angelangt, in dem die Menschen ohne Ummauerung leben. Einerseits mag ich den Ansatz immer noch, eine Welt nach der Apokalypse zu zeigen, andererseits gibt es manchmal so Kleinigkeiten, die mich stören. Beispielsweise wird die Hauptfigur, nachdem sie anfangs randaliert, von der Obrigkeit einkassiert und befragt, so weit so gut. Nur reden bei der Befragung die Interviewer mehr als die Hauptfigur und das manchmal so ungelenk, dass es mich an die Schurken bei James Bond erinnert, die ihren Evil Master Plan haarklein erklären. Das Büchlein ist recht schmal und ich weiß nicht, ob es nur so kurz hätte sein dürfen oder es von selbst entschied, so kurz auszufallen. Meiner Meinung nach wäre die Befragung jedenfalls eine Stelle gewesen, die man schöner hätte gestalten können, um dem vielen Infodump zu entgehen. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Ich bin gespannt wie es jetzt in dem Dorf weitergeht.

Herr aller Dinge von Andreas Eschbach

Es fehlen vielleicht nur noch zwei Stunden und mich überkam längst das Gefühl, dass Herr Eschbach den zweiten Teil ab Charlottes Arktisreise zuerst geschrieben hat, dann aber festsellte, dass das Buch zu kurz geraten war, und dann einfach die Vorgeschichte dran gepappt hat. Wenn die Vorgeschichte nicht wäre, wäre die Geschichte gar nicht mal so übel, hätte zwar immer noch seltsame Hauptfiguren, die manchmal etwas nutzlos erscheinen und in Infodump verfallen, wäre aber um Längen kurzweiliger gewesen. Auf das Ende bin ich mittlerweile auch wieder mehr oder weniger gespannt. Ich hatte längst das Hirn ausgeschaltet, um mir da nun selbst was ausdenken zu können.

Scars & Scarlett von Mia Kingsley

Nachdem mich die letzten Tage eine Erkältung anheim gefallen hatte, blieb mir natürlich nichts anderes übrig, als unproduktiv zu sein. Zufälligerweise sah ich dann auf meinem E-Reader, dass ich Scars & Scarlett zwar angefangen hatte und nur bis zur Hälfte gekommen war. Also habe ich es natürlich zu Ende gelesen, zu so viel war ich noch fähig. 🙂
Im Vergleich mit den zwei Büchern von ihr, die ich schon gelesen habe (Sinister und Dark Pleasure), fällt Scars & Scarlett sehr weit ab. Spannung ist nicht vorhanden, viele Szenen sind so logisch wie die Frage „Warum liegt hier Stroh?“ und das schlimmste ist, dass der Sex immer wieder gleich ist. Es gibt keine Steigerungen in den Praktiken, auch wenn manche Konstellationen nett sind, und die Frauen kommen mindestens immer dreimal, aber vor allem kommen sie immer (bis auf eine Sklavin-Nebenfigur, wenn ich mich recht entsinne). Da nutzt sich die Bezeichnung Höhepunkt ein bisschen ab.
Teilweise konnte ich Scarlett auch nicht von ihrer Schwester unterscheiden, sowohl in der Charakterzeichnung als auch in der Wortwahl. Aber auch die Brüder waren nicht unbedingt voneinander zu unterscheiden. Bei einem Stil, der durch alle Perspektiven hinweg konstant bleib, nicht verwunderlich.
Und jetzt das große ABER: Es ist der erste Roman von Mia Kingsley, oder zumindest der erste, den sie veröffentlicht hat. Zwischen ihm und Sinister liegen sieben weitere und ihre Entwicklung ist deutlich spürbar. Als nächstes werde ich daher wohl eher zu ihrem Neuling greifen (Lust & Agony), und bin gespannt wie sehr sie sich seit Sinister entwickelt hat.

Aus dem Off, Neuzugänge

Puh.
Erinnert mich bitte daran, nicht immer nur fleißig Bücher einzukaufen sondern sie a) auch zu lesen und b) drüber zu bloggen. xD Das Jahr ist schon wieder „fast rum“ (auf Arbeit werden die Kunden schon wuschig und fragen ständig nach Kalendern für 2017, wtf) und dennoch ist meine letzte Liste von Neuanschaffungen aus Februar. *huströchelstirbt* Um hier also mal wieder ein bisschen Ordnung in das Chaos zu kriegen, versuche ich nun, nach und nach das zusammen zu suchen, was alles in diesem Jahr an neuen Büchern hinzu gekommen ist. (Vermutlich mal wieder mehr als ich überhaupt lesen kann.)

KW 23 bis 34

Harry Potter And The Cursed Child
Herr aller Dinge von Andreas Eschbach (Hörbuch)

Die Insel der tausend Quellen von Sarah Lark
Tinkers von Paul Harding
Dunkelsprung von Leonie Swann
Thaddeus und der Februar von Shane Jones
Christie Malrys doppelte Buchführung von B.S. Johnson (angestiftet von Stefan von Barbar und Birnbaum)

Das zweite Gesicht von Kai Meyer
Dark Illusion von Emilia Lucas
#FolgeDeinemHerzen von J. Vellguth
Art of Neil Gaiman von Hayley Campbell
The Sleeper and The Spindle von Neil Gaiman
Das Institur für Angst und Schrecken von Jonathan L. Howard

The 2016 Sci-Fi/Fantasy NaNo Bundle bei Storybundle:

A Magic Dark & Bright von Jenny Adams Perinovic
Shafter 1 von Margaret McGaffey Fisk
Skykeep von Joseph R. Lallo
Warrior Mage 1 von Lindsay Buroker
Bodyguard of Lies von E. M. Hartshorn
Avarice 1 von Annie Bellet
Free-Wrench von Joseph R. Lallo

Zur Buchmesse Leipzig war ich stark gewesen und bin nur mit einem etwas schwereren Jutebeutel (den es von Libronauti dazu gab) wieder Heim gefahren:

Das Auge des schwarzen Raben von diversen Autoren
Baker Street Artefakte, herausgegeben von Christian von Aster
Willkommen in Night Vale von Joseph Fink und Jeffrey Cranor
Das Traumbuch von Nina George

KW 8 bis 22 hatte ich bereits schon mal zusammen gefasst, nur nicht gepostet, warum auch immer:

Strange Arrivals von Holly Lisle
Nachtschatten: Unantastbar von Juliane Seidel
Heart of Stone von Emilia Lucas
Midnight in Venice von Izabelle Jardin
Art Affair von Anaïs Goutier

Der fünfte Elefant von Terry Pratchett
Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr
Die unsichtbare Heldin von J. Vellguth

Wie immer kann ich mir zum Schluss nicht sicher sein, ob ich alles erfasst habe. Aber ich denke, dass doch so ziemlich alles Wichtige dabei ist. 🙂

Aus dem Off, Currently Reading Galore

Ein paar meiner Regeln, was die Auswahl neuer Bücher angeht, bestanden darin, dass sich auf meinem SaB (Stapel angefangener Bücher) im Grunde nur vier (+1) Arten von Büchern befinden sollten: jeweils ein Hörbuch oder ein Hörspiel, ein Roman aus den Vorjahren, ein Roman aus dem aktuellen Jahr und ein Sachbuch (+ ein Schreibratgeber). Klingt also nach einem kleinen und aufgeräumten Stapel, nicht wahr?
Weit gefehlt! Was ich natürlich nicht einberechnet hatte, ist der verführerische Duft neu angeschaffter Bücher und der Drang, sie gleich zu beginnen. Zumal es manchmal auch Tage gibt, an denen ich nicht das lesen oder hören mag, an dem ich bereits dran bin. Je nachdem wie schnell ich lese, wäre das aber vermutlich kein Beinbruch geworden, weil eine weitere meiner Regeln darin besteht, dass der SaB auf bis zu zehn Büchern anschwellen kann. Also ungefähr das Doppelte für den Fall, dass ich das ein oder andere Buch erwische, das sich zäh wie Kaugummi liest … Dumm nur, dass ich das ganze Jahr über kaum gelesen habe, trotzdem weiter fleißig Bücher einkaufte und hin und wieder ein Auge zudrückte, weil ich immer wieder dachte: „Ach, das lieste schon weg. Am Ende das Monats ist die Liste leer.“ Erm. Ja. *hust* Insofern wollte ich mir meinen SaB mal näher zu Gemüte führen und schauen, was darauf mittlerweile so kreucht und fleucht.

#36 Thaddeus und der Februar von Shane Jones

Die Woche erst begonnen und heute weiter gelesen. Es ist ein kleines Büchlein und ich bin mir noch nicht ganz so sicher worum es geht oder ob ich einfach nur eine Bedeutungsebene verpasse, weil es sich einerseits gut, andererseits recht anstrengend/ experimentell liest.

#35 Dark Illusion von Emilia Lucas

Ich fand die Ausgangslage recht interessant, der Einstieg war aber etwas seltsam, mir persönlich viel zu direkt. Auch war mir die Prota etwas unsympathisch und das Gespräch zwischen ihr und dem LI wirkte wenig anregend. Der erste Sex zwischen den beiden war dann wieder okey. Weiter gekommen bin ich bisher nicht, weil mir vor dem Schlafengehen in letzter Zeit der Sinn nach etwas anderem stand oder ich einfach zu müde war, um zu lesen.

#34 Nine Day Novel-Authorphobia von Steve Windsor

Mir hat sein erstes Buch aus seiner Reihe Writing Fiction Basics gut gefallen sodass ich mir das nächste interessante Thema rausgenommen hatte. Da ich aktuell aber nicht schreibe — oder ich glaube, ich wollte damals erstmal ein anderes Problem lösen — hatte ich es erstmal wieder zur Seite gelegt, und dann vergessen. Ups.

#33 #FolgeDeinemHerzen von J. Vellguth

Von einem ihrer ersten Romane war ich ja doch etwas ernüchtert gewesen. Aber ich dachte, ich gebe ihr noch eine Chance und habe zu einem späteren Buch gegriffen. Nun ja. Anfangs bin ich gleich mal über den Infodump zur Protagonistin und ihren Gedanken hinweg gestorben und auch der LI wirkt… seltsam. Die Dialoge klingen erstaunlich realistisch, was für mich aber eher unangenehm ist, weil sie mir so nichtssagend vorkommen (auch wenn man mit dem Holzhammer merkt, dass sie gerade am Anfang der Einführung und Charakterisierung der Figuren dienen).

#32 A Magic Dark & Bright von Jenny Adams Perinovic

Eigentlich lag ich nur abends im Bett und konnte mich nicht recht entscheiden, was ich lesen will, weil mein Hirn schon Matsch war, aber Erotik gerade nicht so interessant. Also bin ich meine Liste durchgegangen und habe eher zufällig angefangen, diese Geschichte zu lesen. Oh, und was für ein Glück! Die Geschichte liest sich erstaunlich gut und baut gleich die richtige Atmosphäre auf. Auf Grund der Jugendlichkeit der Protagonisten verhalten sie sich zwar manchmal zum Augenrollen, aber bisher hält es sich in Grenzen. Ich bin aktuell bei Flashbacks ins gefühlte 19. Jahrhundert angekommen und habe da etwas das Interesse verloren, weil ich mir schon denken kann wie die Flashbacks mit der Geschichte zusammen hängen.

#31 Harry Potter And The Cursed Child von Jack Thorne

Bedarf keiner Erklärung, oder? ;D Ich hatte es vorbestellt, konnte dann aber aus diversen, äußeren Gründen nicht allzu lange drin lesen. Was schade war, weil es mich sofort in seinen Bann gezogen hatte und ich wieder im HP-Feeling drin war, auch wenn mir Hermiones Tochter nicht allzu sympathisch rüber kommt. Aber im Grunde ist sie nur wie ihre Mutter, auch wenn ich mich frage, ob Hermione mir damals auch so arrogant erschien.
Im Zirkel kamen Stimmen auf, dass die Geschichte schlecht sein soll und jetzt habe ich natürlich Angst, das Buch weiter zu lesen, weil mir die Stimmen doch etwas die Vorfreude kaputt gemacht haben, ich andererseits mir von dem Buch nicht HP kaputt machen lassen will. Hm.

#30 Liminale Personae von Alessandra Reß

Nach ein paar Lieferungsschwierigkeiten seitens des Verlags, kam das Buch nach Wochen doch bei mir an. Leider zu einem Zeitpunkt, an dem ich keine Zeit hatte, weswegen ich nur kurz reinlesen konnte. Blöd nur, dass ich es auch verlegt zu haben scheine.

#29 Herr aller Dinge von Andreas Eschbach

Moa. 23 Stunden Hörbuch und die ersten zwei Drittel so aufregend wie ein Kaffeekränzchen. Nicht einmal. Je nach Teilnehmer ist selbst das spannender. Es — zieht — sich — einfach. Gut, mittlerweile bin ich beim spannenden Teil angekommen, aber auch das verbockt er. Herr Eschbach, was war da nur los?

#28 Der fünfte Elefant von Terry Pratchett

Ich hatte damit vor dem Herrn von Eschbach begonnen, konnte dann aber nicht wechseln, weil ich es mir als Belohnung für nach Eschbach aufheben will …

#27 The Girl Who Fell Beneath Fairyland And Let The Revels There von Catherynne M. Valente

Irgendwann dachte ich mir, die Reihe solltest du mal zu Ende lesen. Dann kamen andere Sachen dazwischen.

#26 Briefe an einen jungen Schriftsteller von Maria Vargas Llosa

Eigentlich sind es schöne knackige Kapitel. Ist nur im Moment nicht das, was ich brauche.

#25 Cesario Aero von Luzia Pfyl

Ein super Buch, genau mit der richtigen Stimmung! Bis die Protagonisten auf einem Fest sitzen, da war dann etwas die Stimmung raus. Für mich zumindest, und ich schleiche schon die ganze Zeit drumherum, wann ich es weiter lesen mag.

#24 Menschen lesen von Joe Navarro

Aus einer Laune/ einem kurzfristigen Interesse heraus gekauft. Ich glaube, ich schiebe es erstmal wieder auf den Ungelesen-Stapel. Im Grunde hat es sich ganz passabel gelesen, aber eh er zum Punkt kommt, dauert es ewig und drei Tage. Zumal das E-Book selbst einfach schlecht formatiert ist. Das Printbuch scheint Infoblöcke zu haben, die im E-Book aber so angeordnet sind, dass sie den normalen Fließtext unterbrechen, auch mitten im Satz. Also muss man erstmal weiter lesen und zurück blättern oder den aktuellen Gedanken abbrechen. Sehr nervig. Aber vor allem absolut unnötig.

#23 Vom Abenteuer einen Roman zu schreiben von Titus Müller

Wie auch immer war ich an eine Leseprobe des Ratgebers gekommen und fand ihn so unterhaltsam, dass ich ihn mir zugelegt habe, auch wenn ich ihn eigentlich gar nicht brauche. Vermutlich war ich deswegen davon dann wieder abgekommen.

#22 Auf der Datumsgrenze durch die Südsee von Klaus Scherer

Ha, das erste Buch, das von 2015 übrig geblieben ist. Ich habe es damals angefangen, weil ich noch glaubte, meine Challenge zu schaffen. Also habe ich mir ein kurzes Buch gesucht, das sich gut weglesen ließ. Damals war ich gerade in einer Reiseberichtphase, also war die Wahl nicht schwer. Dann kamen ein paar Dinge dazwischen, ich verlor die Challenge und damit war das Buch auch erstmal vom Tisch. Es ist nicht lang, ich denke, ich werde es demnächst mal beenden. Ist ja nicht so als wäre es nicht interessant.

#21 Rock your Plot von Cathy Yardley

Schwierig. Es war nicht so hilfreich/ aufschlussreich gewesen wie ich gedacht hatte. An das genaue Problem erinner ich mich aber nicht mehr. Vielleicht sollte ich es auch erstmal wieder zu den Ungelesenen legen. In nächster Zeit werde ich keine Plothilfe benötigen bzw. interessieren mich gerade erstmal andere Ansätze.

#20 Die Seelenwärter von Christiane Gref

Oh, das war ein Wichtelgeschenk gewesen. Zwischenzeitlich war es recht trocken geschrieben und andere Bücher waren dann doch interessanter gewesen, was insgesamt etwas schade ist, da es von meiner Wunschliste war.

#19 Die scheußlichsten Länder der Welt von Favell Lee Mortimer

Von einer Frau geschrieben, die noch nie ihr eigenes Land verlassen hatte, waren die gemeinen und vorurteilsbelasteten Beschreibungen anderer Länder und Sitten ihr völliger Ernst gewesen. Manchmal waren diese Gemeinheiten so absurd, dass sie lustig sind. Oft sind sie aber eher recht gähn. Gähn genug, um es nicht weiter zu lesen. Für die nächste Zeit erstmal.

#18 Der Plot, der (k)ein Irrgarten ist von Ilona Schmidt

Im Grunde gilt hier das Gleiche wie für Nummer 21. Einfach keine Hilfe.

#17 The Graveyard Book von Neil Gaiman

Einfach ein Meister. Für das Graveyard Book scheine ich dann doch aber schon etwas zu alt zu sein. Irgendwann hat mich die Geschichte verloren.

#16 Von Männern, die keine Frauen haben von Haruki Murakami

Wieder nur ein Fall von angelesen und dann nicht weiter gemacht. *zu denen Ungelesenen schiebt*

#15 Und verführe uns nicht zum Bösen von Claus Cornelius Fischer

Das Buch hatte ich mir in einem kleinen Lottoladen in irgendeiner Stadt gekauft, weil ich was zum Lesen für eine lange Bahnrückfahrt gebraucht habe. Die Geschichte ist etwas seltsam, ich komme auch mit dem Setting und dem Protagonisten nicht ganz so zurecht. Der Fall an sich ist allerdings interessant. Vermutlich werde ich es irgendwann später fertig lesen.

#14 Brennen muss Salem von Stephen King

Es ist ein soooo dickes Buch. Haha. Zwischendurch brauchte ich einfach eine Pause, auch wenn es mir gefällt.

#13 Book In A Month von Victoria Lynn Schmidt

Uuuund noch ein Schreibratgeber. Schuldig im Sinne der Anklage. Ich lese Schreibratgeber gern einfach nur so. Im Falle von diesem kannte ich schon von derselben Autorin 45 Master Characters. Da der NaNo demnächst vor der Tür steht — diesmal zum 10ten Mal — sollten ich hier vielleicht doch noch mal einen Blick riskieren. 😉

#12 Summer Love Anthologie

Mein Gott, das liegt schon seit 2013 auf meinem SaB. Weil es so schlecht ist. So unfassbar schlecht. Das wandert morgen in die Altpapiertonne, wenn ich es denn noch finde.

#11 Rote Jägerin von Jaye Wells

Klang eigentlich ganz lustig, war dann aber doch nicht so toll zu lesen. Bisschen zu viel auf cool gemacht. Ich weiß noch nicht, ob ich es weggeben oder behalten soll. Vielleicht bastel ich auch was damit.

#10 Die Suche nach den verlorenen Geschichten von Sabrina Železný

Den Mondwolfverlag gibt es mittlerweile gar nicht mehr. Wird langsam Zeit, weiter zu lesen. Es ist wundervoll geschrieben, aber die richtige Stimmung habe ich nicht immer dafür.

#09 Erwählte der Ewigkeit von Lara Adrian

Ach ja, ich hatte tatsächlich so eine kurze Urban-Fantasy-Phase, eigentlich eher aus reiner Neugier, ob ich das schreiben kann, weniger weil ich Vampire so obertoll finde … Die Geschichte ist einfach doof.

#08 Crime von Larry Beinhart

Der gute Wille zählt, nicht wahr. So wirklich hilfreich ist das Buch doch nicht, wenn es darum geht, Thriller zu schreiben. Da helfen Feldstudien mehr.

#07 Krimis schreiben von Robert J. Randisi

Dasselbe in grün …

#06 Durch die Wüste von Karl May

So schlimm ist es gar nicht geschrieben wie ich immer dachte. Aber ich komme einfach nicht voran, und das demotiviert ganz schön.

#05 Joy of Writing Sex von Elizabeth Benedict

Die Hälfte des Buchs besteht aus Interviews, die zwar ganz nett zu lesen, aber nicht wirklich aufschlussreich sind. Zurück auf den Ungelesen-Stapel.

#04 The Steampunk Bible von Jeff VanderMeer

Das sieht wirklich hübsch aus, das muss ich schon sagen. Aber zum Lesen animiert es nicht wirklich. Das geht auch erstmal zurück.

#03 Bekenntnisse eines jungen Schriftstellers von Umberto Eco

Das Traurigste ist, dass Umberto Eco mittlerweile verstorben ist. So schief kanns gehen, wenn man Bücher zu lange vor sich her schiebt.

#02 Inka Gold von Clive Cussler

Das zweitälteste Buch auf meinem SaB bei GoodReads — dabei versuche ich es schon so viel länger, es zu lesen. Aber Dirk Pitt sagt mir so gar nicht zu. Vielleicht geb ich ihm eine letzte Chance. Irgendwann.

#01 Mythos Atlantis

Ein Sammelband verschiedener Texte über Atlantis, hatte ich mir zur Recherche gekauft. So gesehen recherchiere ich seit fünf Jahren … Nee, eigentlich nicht. Haha. Also auch erstmal wieder zurück in meine Recherchesammlung.

Puh. Einen virtuellen Keks für alle, die es bis hier her geschafft haben. 😉 Summa sumarum bleiben, wenn ich mich nicht ganz verzählt habe, 22 Bücher zurück auf meiner Currently Reading Liste, das klingt doch schon gar nicht mehr so angsteinflößend.

Aus dem Off, Geplauder

Bei tthinkttwice stieß ich auf einen süßen Blogartikel, dem ich mich ebenso gern anschließen würde. Also kramte ich in meinen Hirnwindungen und zerrte tatsächlich ein paar lustige Fakten zu mir und meinem Lesen ans Tageslicht.

1. Mit Bibliotheksbüchern konnte ich mich nie so recht anfreunden. Als Kind lieh ich mir dann und wann mal ein Buch, beendete es aber so gut wie nie und brachte es auch immer zu spät zurück. Während des Studiums besserte sich das mit dem Zurückbringen, aber gelesen habe ich die Bücher trotzdem nicht. Lieber saß ich in der Bibliothek und grub mich vor Ort durch die Literatur.

2. Wenn es um Fach- und Sachliteratur geht, kaufe ich lieber gebrauchte Bücher über das ZVAB; Belletristik kaufe ich hingegen lieber neuwertig, es sei denn, sie ist vergriffen. Da suche ich mir dann auch eine bestimmte Ausgabe heraus, weil mir beispielsweise das Cover so gut gefällt, und bin dann enttäuscht, wenn ich eine andere Ausgabe bekomme.

3. Klassiker kaufe ich lieber als Hamburger Lesehefte. Reclam nur, wenn es erstere nicht gibt.

4. Ich habe viele verschiedene Lesezeichen aus Pappe, Metall oder als heraustrennbare aus Zeitschriften. (Als ich noch Zeitschriften gelesen habe.) Als ich The Diviners las, hielt ich es für eine gute Idee, eine alte Reichsbanknote als Lesezeichen zu verwenden. Die Idee gefiel mir so gut, dass ich mir noch weitere Geldscheine kaufte. Da ich die „richtigen Lesezeichen“ aber doch nur immer verlege, nehme ich am Ende doch Postkarten oder Kassenbons. (Was auch ziemlich lustig ist, wenn ich einen fünf Jahre alten Bon finde und immer noch lesen kann, was ich damals gekauft hatte.)

5. Als E-Books aufkamen, schwor ich Stein und Bein darauf, dass ich dem Papierbuch treu bleiben würde. Das E-Ink des ersten Kindle fand ich total schrecklich. Tja, fast zehn Jahre später hat sich das Blatt gewendet. 2014 kaufte ich mir das erste Smartphone und war hin und weg, darauf zu lesen. 2015 folgte schließlich ein Kindle Paperwhite und ich mag ihn gar nicht mehr missen. Lesen im Bett ist sooo viel bequemer seither. (Vor allem auch für meine bessere Hälfte …)

6. Ich liebe StoryBundle und HumbleBundle, gerade für Sachbücher.

7. Auch nach Jahren kann ich mich noch daran erinnern, ob ich ein Buch gelesen habe, ob es mir gefiel (oder wie sehr es mich ärgerte) und was die Handlung war. Manche Einzelheiten vergesse auch ich, aber der große Zusammenhang bleibt immer bestehen. Leider speichert mein Hirn die Informationen nicht zusammen ab, so kann es schon mal vorkommen, dass mich aktuelle Lektüren an vergangene erinnern, ich aber nicht immer auf Teufel komm raus sagen kann wie das Buch hieß, oder gar der Autor. (Aber auch allgemein habe ich ein sehr schlechtes Namensgedächtnis.)

8. Ich lese am liebsten vor dem Einschlafen oder im Sommer auf dem Balkon, weil ich da die meiste Ruhe finde. Früher konnte ich vor dem TV lesen, mittlerweile nicht mehr. Wenn viele Menschen viel Lärm um mich machen und ich dennoch lesen will, lese ich meistens Sachbücher, da kann ich mich leichter konzentrieren. Unterwegs lese ich kaum noch, weil ich selten lange genug unterwegs bin, dass sich das lohnen würde, das Buch oder den Kindle auszupacken.

9. Ich hasse es, wenn Buchrücken geknickt sind. Oder noch schlimmer, wenn ich im Buchladen sehe wie andere Kunden die Bücher so weit aufknicken, dass der Rücken eigentlich schon brechen müsste. Ich würde dann am liebsten hinlaufen und deren Handy verknicken (oder ihnen das Buch über den Kopf ziehen). Aber im Sinne meiner (nichtexistenten) Polizeiakte und für das allgemeine Wohl lasse ich das. Ich verleih auch ungern Bücher, gerade an meine Mutter, weil sie gern die Taschenbücher durchdrückt, und wenn ich es tue, sage ich immer ausdrücklich, dass ich das Buch gern so zurück hätte wie ich es hergebe.
Bonus: Obwohl es so zerknickt war, habe ich mir damals trotzdem Das Haus auf den Klippen gekauft, weil sein zerlesenes Aussehen super zum Inhalt des Buches passt. Ich liebe es deswegen immer noch sehr.

10. Als Kind bin ich quasi mit Bibi-Blocksberg-Hörspielen aufgewachsen und auch meine drei Kasseten zu Preusslers Die kleine Hexe lieb(t)e ich abgöttisch. Heute höre ich immer noch lieber Hörspiele als Hörbücher. Bei letzterem fällt es mir oft schwer, konzentriert zu bleiben und nur wenige Sprecher schaffen es, mich bei der Stange zu halten, weil sie bspw. ihre Stimmen gekonnt und vielfältig verstellen können und auch sonst nicht monoton lesen. (Mein liebster Vorleser ist David Nathan, aber auch Boris Aljinovic gefällt mir sehr.)
Bonus: Mein längstes Hörbuch war Anna Karenina mit 37 Stunden. Ich habe mehr als einen Monat daran jeden Morgen auf dem Weg zur Schule (während der Ausbildung) gehört.

10+1. Sobald ich mir ein Buch kaufe, kann ich es kaum abwarten, mit Lesen zu beginnen. Leider kaufe ich mir sehr viele Bücher und so ist mein Stapel angefangener Bücher sehr hoch. Wenn ich dann allerdings weiter lesen möchte, habe ich dank meines Gedächtnisses kein Problem, wieder einzusteigen und muss somit nicht nochmal alles neu lesen. 🙂 Trotzdem beende ich eher selten ein Buch, meine aktuelle Quote liegt bei 45%; oder ich kaufe auch einfach nicht nur sehr viele, sondern viel zu viele Bücher… wird wohl beides sein. 😀

Natürlich fallen mir noch ein paar andere Dinge ein, aber die Liste soll sich ja auf zehn Punkte beschränken. 0:-) Was ist mit euch, was sind so eure Macken beim oder ums Lesen?

Fantasy

512nzFNMoCL._SX326_BO1,204,203,200_ Anjas Welt liegt in Scherben. Der Vater hält sie für eine Versagerin, ihre Doktorarbeit ist auf Luft gebaut und zu allem Übel wird nun auch noch ihr Elternhaus versteigert. Als sie in einem seltsamen Teeladen eine Murmel sieht, die Superkräfte verleihen soll, überlegt sie nicht lange und greift zu, nichts ahnend, dass sie damit neue Probleme und Feinde auf den Plan ruft.

Was ganz amüsant klingt — vor allem wegen des Versuchs, Superhelden einmal im Roman darzustellen — entpuppt sich leider allzu schnell als mittelmäßige Geschichte. Der Stil ist nicht sonderlich herausragend, reicht aber noch zu einem passablen Schmöker. Wären da nicht der Plot und die Figuren.
Anja wird als junge, selbstbewusste Frau eingeführt, die der Schreckschraube des Labors die Stirn bietet und dem Mäuschen hingegen den Rücken stärkt. Andererseits lässt sie sich von ihrem alkoholkranken Vater auf der Nase herum tanzen, putzt das Haus für ihn, lässt sich von ihm anschreien und beurteilt 90% der anderen Figuren im Roman anhand von Äußerlichkeiten. Sehr oft benutzt sie nicht einmal Namen oder neutrale Bezeichnungen wie Mann oder Frau sondern denkt sich allerlei kreative Bezeichnungen aus. Das macht sie für mich sehr unsympathisch zumal sie dadurch auch einen gemeinen Touch wegbekommt.
Zum anderen wäre da die Sache mit der Unsichtbarkeit. Nachdem sie sich einigermaßen daran gewöhnt hat und diese Fähigkeit auch unglaublich schnell zu meistern lernt, völlig von alleine …, findet sie ihre neue Superkraft natürlich total toll und verteidigt sie vor ihrer Freundin. Als sie aber auf einen Gegner trifft, der ebenso Superkräfte wie sie besitzt, findet sie ihre Kraft plötzlich passiv und nutzlos. Sehr verwirrend. Ich meine, mit Unsichtbarkeit kann man ja auch mehr machen als sich nur wie ein Angsthase zu verstecken.
Verwirrend und ermüdend fand ich allerdings auch ihre Beziehung zu ihrem Vater. Warum hat sie sich nicht längst von ihm losgesagt? Warum hat sie nicht mehr Selbstvertrauen, dass sie nicht ständig nach seiner Anerkennung kämpft, die sie eh nie kriegen wird? (Und es ist ja nicht so als wüsste sie das nicht.) Der finale Streit mit ihrem Vater wirkte in der Hinsicht auch aufgesetzt: Einerseits will sie Anerkennung von ihm, andererseits provoziert sie ihn selbst und wundert sich dann über die verletzenden Aussagen und dass er sauer wird und sie rauswirft.
Aber, wie gesagt, es sind ja nicht nur die Figuren, die schwächeln, auch der Plot hatte so seine Momente: Es gibt einfach Szenen, die nicht einmal mehr als Fluff durchgehen und die sehr wirr und deplatziert auf mich gewirkt haben. Beispielhaft sei da die Szene in der Bank genannt, in der die unsichtbare Anja ohne Vorwarnung (oder vorhergehende Gedankengänge oder andere Äußerungen/ Taten, die auf eine entsprechende Moral hinweisen) einer Bankmitarbeiterin in den Tresorraum folgt und dort über einen Stapel Banknoten streicht, nur um dann wiederum kurz vor knapp aus dem Tresor zu entkommen. Insgesamt wirkte die Szene auf mich wie ein typischer NaNoWriMo-Unfall, bei dem man plötzlich mit seinem Charakter an einem Ort steht und nicht weiß, was man mit ihm machen soll und dann der erstbesten Idee folgt. Die Auflösung insgesamt war auch eher… schwach. Anja sagt zwar immer, sie schwebe in Gefahr und würde verfolgt, tatsächlich taucht der entsprechende Gegner aber nur in zwei Szenen auf. Dazwischen ist Anja mehr mit sich selbst als mit allem anderen beschäftigt und gerät dabei eben nicht in lebensbedrohliche Situation, die auf Verfolger schließen lassen könnten.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen mehr geärgert als irgendeinen Genuss empfunden. Zwar hatte ich gehofft, dass es besser wird, weil mir die Grundidee mit den Superhelden immer noch gefällt, wurde aber dann auch im Finale enttäuscht. Schade. Die Cover der Reihe sehen richtig gut aus.

Vellguth, J.: Die unsichtbare Heldin
978 1 530 27326 3
CreateSpace Independent Publishing Platform
Januar 2015
E-Book, 200 Seiten

Aus dem Off, Neuzugänge

Wie immer gilt: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Um 2015 also noch gebührend abzuschließen, fehlt der Berg an Büchern, der in den letzten Wochen hinzugekommen ist und meinen SuB unglaublich vergrößert hat … Dafür sind einige von ihnen allerdings auch schon wieder abgearbeitet. 🙂

Juni

DinoPark von Michael Crichton
Confident You: An Introvert’s Guide to Success in Life and Business von S.J. Scott, Rebecca Livermore

Juli

Blinde Leidenschaften: Die Schöne und das Biest von Sophia Rudolph
Grabgesang für Dr. Siri von Colin Cotterill

August

Ab die Post von Terry Pratchett

September

Cesario Aero: Kaiser der Lüfte von Luzia Pfyl
Die Dunkelheit in Dir von Emilia Lucas
Die Feuerreiter Seiner Majestät 1 von Naomi Novik
Liebe kann man nicht googeln von Julia K. Stein
Unendlich 1 von Alana Falk
Launch von Jeff Walker

Oktober

Schöne Scheine von Terry Pratchett
Dr. Siri und der explodierende Drache von Colin Cotterill

November

Monster 1983 von Ivar Leon Menger
Der Mitternachtszirkus von Erin Morgenstern
Das fremde Mädchen von Kathrine Webb
Passagier 23 von Sebastian Fitzek
Die Kleiderdiebin von Natalie Meg Evans

Douglas Addams:
Einmal Rupert und Zurück
Der elektronische Mönch

Dezember

How to Find a Profitable Blog Topic Idea von Steve Scott
Gute Geister von Kathryn Stockett
Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner von Edward Kelsey Moore
Ich jage dich von Lars Kepler
Der Opium Mörder von David Morrell
Wölfin Wosca von Ernest Thompson-Seton