Romance

Cover zu Klang der Gezeiten von Emily Bold

Piper ist hochschwanger als ihr Mann Daniel durch einen Unfall ums Leben kommt und sie nun alleine dasteht mit dem neuen Haus, das sie gerade renovierten. Immer tiefer versinkt sie in Depressionen bis sie sich eines Tages selbst einen Ruck gibt und in kleinen Schritten ins Leben zurück kehrt. Freunde stehen ihr bei; und dann wäre da auch noch Kevin, der beste Freund ihres Mannes und Pipers ehemalige Liebe …

Durch einen TV-Beitrag über Emily Bold war ich neugierig geworden und hatte sogleich ihr neustes Buch bestellt. Ich kannte von ihr zuvor nichts weiter, war aber durch das schöne Cover positiv gestimmt und auch ein bisschen vorfreudig.
Ich kann gar nicht sagen, dass ich enttäuscht wurde, es war eher… anders als ich erwartet hatte. Frau Bolds Sprache ist bildhaft als hätte sie das amerikanische Credo „Show, don’t tell!“ bis in die letzte Faser ihres Körpers verinnerlicht. Zwischendurch gab es ein paar Sätze, deren Klang oder Stellung bemüht waren, aber insgesamt ließ es sich ganz gut weglesen. Mir war es oft nur zu theatralisch/ kitschig und zu selbstbezogen von Seiten Pipers. So ist sie ja schwanger, aber eine aufblühende Mutter-Kind-Beziehung wird nicht wirklich dargestellt als das Baby geboren ist. (Szenen zu den ersten Schritten oder ersten Worten kommen gar nicht vor; man erfährt so etwas eher nur beiläufig in einem Absatz.) Auch war mir Kevins Verhalten nicht ganz schlüssig bzw. tat mir der Junge auch leid, dass er immer noch an Piper hing, auch als sie schon verheiratet war. Aber scheinbar ist das die Art von Romantik, die sich viele wünschen, sonst gäbe es nicht so viele Fünf-Sterne-Bewertungen dazu auf Amazon.
Was die Geschichte anbelangt, so plätschert diese vor sich hin, und Farbe versprüht allenfalls Pipers Freundin Jenna.

Ansonsten gibt es nicht mehr viel dazu zu sagen. Es ist ein schöner Schmachtfetzen und zu empfehlen für Fans von Emily Bold oder denen, den Nicholas Sparks nicht kitschig genug ist.

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Bold, Emily: Klang der Gezeiten
978 1 477 82458 0
Amazon Publishing, Amazon E.U. Sárl
Juni 2014, 264 Seiten (Print)
E-Book

Romance

Cover zu Weit wie das Meer von Nicholas Sparks

Teresa Osborne, alleinerziehend und unglücklich seit ihrer Scheidung, findet eines Tages eine Flaschenpost am Strand, die so voller Trauer, aber auch Worten der Liebe ist, dass sie den Brief anonymisiert kurzerhand in ihrer Kolumne veröffentlicht. Zwei weitere Briefe gleicher Art und vom selben Absender treffen bei ihr ein und schließlich macht sich Teresa auf die Suche nach diesem Mann, der so wunderbar poetisch seinem Schmerz Ausdruck verleiht.

Bevor ich mich zu einer Rezension hinreißen lasse, möchte ich anmerken, dass dieses Buch mein erster Sparks war. In geschriebener Form. Zuvor kannte ich nur die Verfilmung von Für immer der deine (The Lucky One) und fand diesen gar nicht so schlecht. Leicht, aber nicht zu überkitscht. Da ich mich als Schriftsteller dem Liebesroman nähern will, dachte ich, ich greif auch gleich zu einem Roman vom Meister der Tränendrücker (wie seine Romane in der Amazon-Rezension zu Weit wie das Meer bezeichnet werden).

Das Tränendrücken blieb bei mir allerdings aus. Zwar sind mir beide Hauptfiguren, Teresa und Garrett, sehr sympathisch und so ein bisschen Drücken mag ich Garett wegen dem, was ihm passiert ist, schon ganz gern — nur leider plätschert die Geschichte vor sich hin, kommt nicht aus dem Knick und dann ist das Ende — für mich überraschend — alles andere als positiv. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht und hätte es auch nicht zu kitschig gefunden.
Insgesamt hielt sich der Kitsch aber auch zurück, glücklicherweise. Das junge Glück der beiden ist, ja, schon perfekt. Gerade Terasas Sohn ist knuffig und versteht sich prima mit Garrett. Nur kriegt der irgendwann natürlich spitz, wieso Teresa ihn traf, fühlt sich hintergangen, streitet sich mit und trennt sich dann von ihr. Beide raufen sich zwar zusammen, jedoch … möchte ich euch jetzt nicht spoilern. 😉
Das einzige, was mir etwas merkwürdig vorkam, war, dass beide nach dem ersten Kuss auch gleich miteinander schlafen. Mir war das zu schnell und ich hätte mir in der Hinsicht eine gefühlvollere Entwicklung gewünscht.

Empfehlen würde ich das Buch nur hartgesottenen Romantiklesern, zur Recherche oder wenn man von der Arbeit einen furchtbar dicken Kopf hat.

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Sparks, Nicholas: Weit wie das Meer
B00BWOLH64 / 978 3 641 06012 1
Wilhelm Heyne Verlag (Random House GmbH)
März 2013, 336 Seiten (TB)
E-Book

Romance

Cover zu Die Wünsche meiner Schwestern von Lisa Van Allen

Nach Mariah Van Rippers Tod, ist ihre Nichte Aubrey völlig aufgeschmissen. Nicht nur trauert sie um den Verlust, sie muss auch das Geschäft der Van Rippers übernehmen. Denn die Frauen dieser Familie sind etwas ganz besonderes: Sie stricken Zauber in ihre Gestricke. Allerdings ist das nicht umsonst und auch nicht jeder Zauber wirkt immer …

In erster Linie dreht es sich in Die Wünsche meiner Schwestern weniger um deren Wünsche als darum, dass Aubrey und ihre Schwestern (Bitty, Meggy) sich zusammen raufen und die Strickerei (ein altes Haus, an dem seit Generationen aus magischer Überzeugung nichts gemacht wurde) vor dem Abriss bewahren, denn die Stadt Tarrytown plant das Viertel abzureißen und dort einen Einkaufstempel hin zubauen. Hinzu kommen für Aubrey romantische Verwirrungen mit Vic, ihrem heimlichen Schwarm.
Leider hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Geschichte dabei nicht so recht weiß, wo sie hin will, da sie stark zwischen diesen drei Aspekten schwankt und sich auch gemächlich entwickelt. Zumal mir die romantischen Szenen zwischen Aubrey und Vic gelegentlich zu schmalzig waren. Aber letztlich tut das dem Lesevergnügen insgesamt keinen Abbruch.
Verlieren konnte ich mich hingegen ohne Probleme im Setting (Herbst und Halloween <3), in der Sprache und der Darstellung der Magie. Es wird die ganze Geschichte über nicht klar, ob diese Magie nun existiert oder nicht bzw. ist es letztlich auch nicht wichtig. Entweder glauben die Menschen daran oder sie tun es nicht -- entweder funktioniert Magie gerade wegen des Glaubens oder sie funktioniert wegen fehlenden Glaubens eben nicht. Man kann es also drehen und wenden wie man mag. Ich mochte diesen Aspekt sehr gern. Genauso gefiel mir die Geschichte hinter der Strickerei sehr. (Frauen strickten in einem Krieg ihren Männern rote Fäden mit dem Wunsch, dass sie lebend wieder kämen, in deren Socken -- und jene mit diesen Socken kamen auch zurück.) Insgesamt gesehen ist es eine gemächliche, aber bezaubernde Geschichte, die einen Blick wert ist. ------ Van Allen, Lisa: Die Wünsche meiner Schwestern 978 3 352 00869 6 Rütten und Loening (Aufbau Verlag GmbH & Co. KG) 1te Auflage 2013, 445 Seiten Klappbroschur