KG & Novellen, Schriftsteller

Alles für ein bisschen Ruhm von Alfred Hayes

Als sich zwei gescheiterte Existenzen Hollywoods auf einer Strandparty kennen lernen – sie will sich im Meer ertränken, er schaut ihr zuerst belustig zu und rettet sie dann doch – ist ihr Schicksal besiegelt. Wie in einem Arthouse-Film gehen sie miteinander aus, sollten sich lieben lernen, und können doch nicht über den Schatten ihres Selbsthasses hinweg springen.

Dass Schrifsteller nicht unbedingt leichte Gemüter sind, kann ich an mir selbst gut genug beobachten. Alfred Hayes Protagonist jedoch scheint mir jener Kategorie anzugehören, die längst aufgegeben hat und sich ihrem Schicksal fügt. Wie es sich dann auch für ein Buch aus einem Literaturverlag gehört, bleibt die Handlung alldieweil auf der Strecke, und bei den Figuren fragt man sich, wozu sie überhaupt existieren und warum sie sich nicht einfach aus dem Weg gehen.
Gut, sowohl die Epoche innerhalb des Romans als auch jene, in der er entstanden ist, sind weit entfernt von unserer heutigen Lebensrealität. Trotzdem konnte ich irgendwann nicht mehr an mich halten und rollte bald mit den Augen, wenn der Erzähler die weibliche Hauptfigur als hübsch beschrieb. Oder eben als nicht hübsch in Situationen, in denen sie sich auf eine Art und Weise verhielt, die ihm nicht passte. (Stellt euch vor, jemand rettet euch das Leben, und das einzige, woran der denkt, ist seine dreckige Hose, was ihn auch noch verärgert, und dann sagt der euch noch, ihr seid nicht hübsch. Als wenn das alles in einer solchen Situation relevant wäre.) Warum der Erzähler dann überhaupt mit der Frau zusammen bleibt, erschließt sich mir auch nicht. Vermutlich ist es nur der Sex. (Der glücklicherweise auch gar nicht beschrieben wird.) Dass der Erzähler mit seiner Ignoranz und Ablehnung am Ende ein Leben auf dem Gewissen hat, geschieht ihm ganz recht. Auch wenn es mir um das Leben etwas Leid tut.
Im Gegensatz zu den Figuren, ist der Stil angenehm flüssig zu lessen. Eine Spannung hingegen kommt nicht auf, alles steuert auf das unvermeidliche Ende zu. Sicherlich ist das gewollt, aber ich bin dem einfach überdrüssig.

Ob der ganze Roman damit auch relevant ist, ist fraglich. Alles für ein bisschen Ruhm ist weder das erste Buch oder der erste Film, der sich des Themas „die hässliche und wahre Seite Hollywoods“ annimmt, noch tut er das auf eine sonderlich erhellende/ bissige/ sonstwie herausragende Weise. Insgesamt war ich einfach sehr froh als das Buch ausgelesen war, weil alles, was blieb, nur die Frage war: „Aha, und nun?“

Hayes, Alfred: Alles für ein bisschen Ruhm
9783312009978
Nagel & Kimche
2016
E-Book, ca. 144 Seiten