Aus dem Off, Currently Reading Galore

CRG 09.16

Schon ist wieder fast ein Monat rum, und ich bin nur wenig voran gekommen. Nachdem ich meinen SaB ordentlich eingedampft hatte, konnte ich nur in Minischritten diesen Monat an drei Büchern lesen, und sogar eins beenden, das ich noch gar nicht auf den SaB gepackt hatte.

Thaddeus und der Februar von Shane Jones

Ich bin auf Seite 49 und so langsam entfaltet sich eine Geschichte, auch wenn ich noch nicht weiß, was ich von ihr halten soll. Einerseits sind die knackig kurzen… Kapitel, Abschnitte, Berichte(?) schnell zu lesen, andererseits machen sie mir in ihren unterschiedlichen Stilen manchmal doch Probleme, und wenn ich mich nicht ganz vermache, bin ich bisher durch drei oder vier Perspektiven gerutscht und auch einen Erzähler gibt es dazwischen. Aber das müsste ich nochmals genauer auseinander nehmen.
Was mir hingegen sehr gefällt, auch wenn es zum Buch selbst nicht so viel beizutragen hat, ist das glitzernde Papier des eigentlichen Einbands, das mich an Schnee erinnert. Da ist es schon fast schade, dass das Büchlein mit einem (recht einfachen) Umschlag daher kommt.

Liminale Personae von Alessandra Reß

Ich hab’s endlich wieder gefunden und konnte weiterlesen. Die Hauptfigur ist mittlerweile aus der abgesperrten Stadt heraus gekommen und in einem Dorf angelangt, in dem die Menschen ohne Ummauerung leben. Einerseits mag ich den Ansatz immer noch, eine Welt nach der Apokalypse zu zeigen, andererseits gibt es manchmal so Kleinigkeiten, die mich stören. Beispielsweise wird die Hauptfigur, nachdem sie anfangs randaliert, von der Obrigkeit einkassiert und befragt, so weit so gut. Nur reden bei der Befragung die Interviewer mehr als die Hauptfigur und das manchmal so ungelenk, dass es mich an die Schurken bei James Bond erinnert, die ihren Evil Master Plan haarklein erklären. Das Büchlein ist recht schmal und ich weiß nicht, ob es nur so kurz hätte sein dürfen oder es von selbst entschied, so kurz auszufallen. Meiner Meinung nach wäre die Befragung jedenfalls eine Stelle gewesen, die man schöner hätte gestalten können, um dem vielen Infodump zu entgehen. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Ich bin gespannt wie es jetzt in dem Dorf weitergeht.

Herr aller Dinge von Andreas Eschbach

Es fehlen vielleicht nur noch zwei Stunden und mich überkam längst das Gefühl, dass Herr Eschbach den zweiten Teil ab Charlottes Arktisreise zuerst geschrieben hat, dann aber festsellte, dass das Buch zu kurz geraten war, und dann einfach die Vorgeschichte dran gepappt hat. Wenn die Vorgeschichte nicht wäre, wäre die Geschichte gar nicht mal so übel, hätte zwar immer noch seltsame Hauptfiguren, die manchmal etwas nutzlos erscheinen und in Infodump verfallen, wäre aber um Längen kurzweiliger gewesen. Auf das Ende bin ich mittlerweile auch wieder mehr oder weniger gespannt. Ich hatte längst das Hirn ausgeschaltet, um mir da nun selbst was ausdenken zu können.

Scars & Scarlett von Mia Kingsley

Nachdem mich die letzten Tage eine Erkältung anheim gefallen hatte, blieb mir natürlich nichts anderes übrig, als unproduktiv zu sein. Zufälligerweise sah ich dann auf meinem E-Reader, dass ich Scars & Scarlett zwar angefangen hatte und nur bis zur Hälfte gekommen war. Also habe ich es natürlich zu Ende gelesen, zu so viel war ich noch fähig. 🙂
Im Vergleich mit den zwei Büchern von ihr, die ich schon gelesen habe (Sinister und Dark Pleasure), fällt Scars & Scarlett sehr weit ab. Spannung ist nicht vorhanden, viele Szenen sind so logisch wie die Frage „Warum liegt hier Stroh?“ und das schlimmste ist, dass der Sex immer wieder gleich ist. Es gibt keine Steigerungen in den Praktiken, auch wenn manche Konstellationen nett sind, und die Frauen kommen mindestens immer dreimal, aber vor allem kommen sie immer (bis auf eine Sklavin-Nebenfigur, wenn ich mich recht entsinne). Da nutzt sich die Bezeichnung Höhepunkt ein bisschen ab.
Teilweise konnte ich Scarlett auch nicht von ihrer Schwester unterscheiden, sowohl in der Charakterzeichnung als auch in der Wortwahl. Aber auch die Brüder waren nicht unbedingt voneinander zu unterscheiden. Bei einem Stil, der durch alle Perspektiven hinweg konstant bleib, nicht verwunderlich.
Und jetzt das große ABER: Es ist der erste Roman von Mia Kingsley, oder zumindest der erste, den sie veröffentlicht hat. Zwischen ihm und Sinister liegen sieben weitere und ihre Entwicklung ist deutlich spürbar. Als nächstes werde ich daher wohl eher zu ihrem Neuling greifen (Lust & Agony), und bin gespannt wie sehr sie sich seit Sinister entwickelt hat.