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Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth von James Dashner

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Thomas weiß nicht, wer er ist — und wo er ist noch weniger. Diese Lichtung voller Jungen ist nicht Neverland, aber wohl genauso entrückt von der Welt. Hohe Steinmauern schließen die Jungs ein, gefährliche Maschinen streifen durch das Labyrinth, das außerhalb der Mauern liegt, und rauben einen nach dem anderen. Thomas beginnt, sich in diese Gemeinschaft einzuleben als ein weiterer Neuankömmling die Lichtung betritt: Teresa, das erste Mädchen und der letzte Mensch, den die Erbauer schicken werden.

Das klingt jetzt alles so viel spannender als es tatsächlich ist. Ehrlich. Maze Runner ist eines der langweiligsten Bücher, das ich je gehört habe und das einfach so viel Potential verschenkt. Das einzig Gefährliche an den Greavern ist David Nathans Vertonung ihrer Geräusche. Die Jungen erzählen Thomas nichts, sagen ihm nur, tu dies, tu das. Als Leser ist man also genauso ahnungslos wie der Protagonist — und das ist sehr nervig. Für mich zumindest. Dann fliegt Thomas, natürlich weil er der Prota ist, alles zu. Er überlebt eine Nacht im Labyrinth, er löst das Rätsel um die sich bewegenden Labyrinthmauern über Nacht und er kann über Gedanken kommunizieren. (Was zur … ?) Das Nächste ist auch: Das einzige Mädchen unter, hm, vll. dreißig Jungen, kann natürlich auch über Gedanken kommunizieren und bis auf kryptische Botschaften an Thomas tut sie nichts. Absolut gar nichts. Das einzige Mädchen ist ein Plot Device. Seriously?
Und natürlich fällt Thomas die Lösung, was der ganze Hickhack mit dem Labyrinth soll, auch über Nacht ein. Als er und viele andere Schablonen (Charaktere kann man das nicht nennen) aus dem Labyrinth entkommen, wird ihnen auch nur das erzählt, was wir von Thomas wussten — nur um anschließend entführt zu werden. Weil sie ja die Retter gegen den „Brand“ sind. Scheinbat trifft zu viel UV-Strahlung auf den Planeten und verbrennt die Menschen. Wie da ein paar Kinder, die wie in einer kranken Version vom Dschungelcamp zusammen gepfercht waren, gegen die Sonne helfen sollen, weiß ich nicht. Und es interessiert mich auch nicht wirklich.
Die Tribute von Panem haben mich schon nicht überzeugt, Maze Runner war eine herbe Enttäuschung. Warum ich es trotzdem zu Ende gehört habe? David Nathan. Die Art wie er liest ist einfach sehr, sehr toll.

James Dashner: Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth
978 3 86742 170 6
Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg
September 2014, 7h 52min
Hörbuch