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Der Ghostwriter von Cecelia Ahern

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Herman Banks will den Jahrhundertroman schreiben. Dafür kauft er von seinen vielen Millionen Dollar ein Haus seines Lieblingsschriftstellers in England, nimmt seine junge Frau mit dorthin und igelt sich dort ein. Allerdings ist das mit dem Schreiben nicht so einfach wie gedacht — bis Dinge aus dem Haus verschwinden und zugleich Manuskriptseiten auftauchen. Herman genießt es. Nur dann verschwindet seine Frau …

Dass es in dieser Novelle nicht ohne übernatürliche Dinge zugeht, ist von Anfang an klar. Dass es allerdings wenig spannend ist, ist nicht das, was der Klappentext verspricht. Glücklicherweise tut es der Geschichte keinen Abbruch. Im Gegenteil. Ich bin mir sicher, dass sie eine gute Verfilmung abgeben würde.
Was mir weniger gefiel, waren die eingewebten Passagen des Jahrhundertromans. Zum einen unterscheiden sie sich stilistisch nicht vom restlichen Text — dieser Stil ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich herausragend (in der deutschen Übersetzung zumindest) –, zum anderen ist die Handlung des Jahrhundertromans so eindeutig symbolisch zu sehen für die Handlung um Herman, dass die Passagen schlicht überflüssig sind.
Auch die Figuren sind keine Herzenswärmer. Herman durch seine Verbissenheit, die sich in Wahn steigert — was allerdings zugegeben zur Geschichte passt und ich persönlich auch nicht anders konstruieren würde. Seine Frau Amber durch ihre Passivität. Und die Haushälterin ist einfach nur plakativ. Das mag nicht nur an der Form als Novelle liegen. Den beiden Polizisten DCI Barrie und DS Jones gönnt sie nur zwei Szenen, in denen sie so lebendig werden, dass ich sie sofort mochte.

Insgesamt habe ich die Novelle aber gern gelesen. (Sie las sich ja auch schnell weg.)


Ahern, Cecelia: Der Ghostwriter
978 3 8105 0154 7
S. Fischer Verlage
Mai 2014
HC