Aus dem Off, Neuzugänge

Mein Vorhaben, in diesem Jahr maximal 30 Bücher zu kaufen, schwankt bereits diesen Monat schon beträchtlich. Ich mein, ich könnte es lassen, spontan Buchhandlungen zu betreten, weil mich die Auslagen so magisch anziehen… Aber eigentlich war das etwas, das ich mir nie verbieten wollte. Wäre ja noch schöner: eine Buchhändlerin, die Buchhandlungen wie der Teufel das Weihwasser scheut. 😀
Seht selbst, was sich diesen Monat in meinen Einkaufskorb stibitzt hat:

Die Wolfsgrube von Szilárd Rubin

Schnee, Eis, eine abgelegen Hütte, ein zusammengewürfeltes Ensemble – und ein Tatort ohne Leiche. Perfekt. Sozusagen ein Kammerspiel im Schnee. Ich freu mich schon richtig drauf.

Valhalla von Thomas Thiemeyer

Mein letzter Thiemeyer ist sooo furchtbar lange her, ich glaube, das war… Korona 2012. Puh. Insgesamt gesehen mochte ich seinen Schreibstil, fand die zumeist fantastischen Auflösungen seiner Bücher aber gelegentlich zum Schießen komisch. Mit Valhalla schreibt er wieder in einem Setting, für das ich so ein kleines Faible habe und bei dem ich einfach nicht widerstehen kann. Dass bei all dem Schnee und Eis auch noch Nazis mitmischen, ist zwar nicht unbedingt so meins, hat aber einen netten Indian-Jones-Touch, dass ich es einfach mit der nötigen Trash-Erwartung lese. Bisher sind manche Dialoge und Beschreibung erwartungsgemäß vorhersehbar bzw. fühlen sich vom Timing wohl bekannt (und nach Hollywood) an – da das aber genau das ist, was ich wie gesagt erwarte, ist alles bestens bisher.

Fantastic Beasts The Original Screenplay von J.K. Rowling

Da ich fürchte, den Film nicht mehr im Kino genießen zu können, habe ich mich für die Buchausgabe entschieden. Wie gut, dass sie das Theaterstück als Buch herausgegeben hatten sonst würde es dieses Schätzchen gar nicht geben. Auch hier ist die Umschlaggestaltung besonders toll; vor allem das matte, samtige Papier. Jetzt müsste ich nur noch das Theaterstück vorher lesen.

Fool’s Assassin von Robin Hobb

Es ist zwar ein Paperback und ziemlich dick, aber es ist auch einfach so furchtbar schön gemacht von außen. <3 Zu Hause habe ich dann festgestellt, dass es doch nicht so einfach zu lesen ist, aber egal, dann geht es eben Stück für Stück voran. xD Robin Hobb wurde auch im Zirkel schon einige Male positiv erwähnt, also hoffe ich doch mal, da nicht allzu falsch gekauft zu haben.

Die Expedition. Eine Liebesgeschichte von Bea Uusuma

Gut, zugegeben, das habe ich mir gekauft, weil ich auf Neyashas Blog davon gelesen habe und mich sowohl die Aufmachung als auch das Thema (eben wie bei Valhalla) sehr reizten. Als es bei mir ankam, war ich von der Größe und der Ausgestaltung wirklich sehr positiv überrascht. Bisher liest es sich auch sehr spannend. Also auch von mir bereits eine Empfehlung. 🙂

Le Petit Prince von Antoine de Saint-Euxpéry
Histoires indédites du Petit Nicolas I von Goscinny & Sempé
Les enquêtes du comissaire Sétout von Diversen

Man plant einen Paris-Urlaub. Entsprechend praktisch wäre es ja da, mal das olle Schulfranzösisch aufzupolieren und zu verbessern. Was hilft da besser als auch in der Sprache zu lesen? (Auch wenn Der kleine Prinz im Moment noch weiter über meinen Fähigkeiten liegt. Aber nicht nur die Leber wächst an ihren Aufgaben, nicht wahr.)

Aus dem Off, Lesechallenge

Hatte ich schon gesagt, dass 2016 für’n Poppes war? Nein? Dann eben jetzt: 2016 war für’n Poppes. Punkt.
Nicht nur weltpolitisch oder was Promis betrifft (: Always.), auch meine Jahresziele habe ich im Groben und Ganzen… nicht erreicht. Die Lesechallenge ist dabei eher das kleinere Übel, das hinter dem RL und meinen ambitionierten Schreibversuchen zurückstecken musste. Das Soll auf 40 Bücher abzusenken, war vielleicht gut gemeint, da ich mich aber dem Weihnachtsgeschäft beugen musste, half das letztlich auch nichts. Trotz allem jedoch, und ich versuche das ehrlich positiv zu sehen, habe ich es immerhin auf 31 Bücher geschafft und liege damit immer noch weit über der Grenze zum Vielleser. (Wenn für manche Preise die Juroren allerdings an die 80 Bücher lesen müssen, wird mir völlig anders. Bei aller Liebe, das wäre nix für mich.)

Da das letzte Jahr also wenig erfolgreich war für mich, habe ich mich besonnen und mir für 2017 bedeutend weniger vorgenommen. Genauer gesagt, die Hälfte, nämlich 30 Bücher. Wenn ich darüber komme, ist das super, aber nur Bonus. Wichtig ist mir im Moment, das Lesen neben allen anderen Dingen nicht zu sehr zu vernachlässigen und da ist letztes Jahr doch ein guter Richtwert. (Bisher habe ich auch schon drei Bücher geschafft. Also: yay.)

Hörbuch & Hörspiel, Krimi

Eigentlich zählt Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer im Laos der siebziger Jahre, bereits die Tage bis zu seiner Pensionierung. Wäre da nicht Richter Haeng, der seiner Rolle als ewige Nemesis gerecht wird und den Doktor in die Berge schicken will. Ein US-Militär ist dort vor Jahren mit seinem Flieger abgestürzt und Siri soll einem amerikanische Suchtrupp zur Seite stehen. Geschickt wirft Siri die vom Richter geplante, restliche Liste der laotischen Reisemitglieder über den Haufen und lädt kurzerhand seine eigene Familie und Freunde ein. Wann kriegt man auch schon mal einen Urlaub in den Bergen auf Staatskosten spendiert.
Angekommen im Hotel der Freundschaft, das nicht nur einen malerischen Namen trägt sondern auch sehr malerisch in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Long Tien liegt und von allerlei nicht explodierten Streubomben umgeben ist, beginnt eine neue Episode von Spiel, Spaß und Spannung im Dschungel von Laos, die schon bald den ersten Toten fordert.

Nachdem die letzten beide Teile um Dr. Siri arg düster und teilweise sehr bedrückend waren (gerade der Vorgänger Dr. Siri ermittelt), hebt sich diese Düsternis in diesem Teil endlich ein wenig auf. Dr. Siri hat seinen Humor wiedergefunden und auch sein Kumpel und ehemaliges Politbüromitglied Civilai kriegt ein bisschen mehr Sendezeit spendiert und darf sogar seine politischen Fähigkeiten in einem Machtspielchen mit einem US-Senator beweisen. Aber auch Tante Bpoo, bisher nur skurrile Randerscheinung in den vorigen Romanen, ist dieses Mal mit von der Partie, hat sie sich selbst dem bunten Suchtrupp angeschlossen, um den guten Doktor vor seinem jähe Ende zu bewahren. So viel also zum Thema Urlaub.
Was mir besonders gefallen hat, war allerdings die Geschichte als solche, die sich mehr auf die einzelnen Figuren und den kulturellen Zusammenprall zwischen Amerikanern und Laoten konzentriert als denn auf eine Mordserie oder viele Leichen. Erstaunlicherweise ist das Buch auch recht leichenarm, wenngleich viele im Hintergrund ihr Leben lassen müssen. Auch die Auflösung gefiel mir, die dieses Mal eher politisch motiviert war als dass es sich um einen Serienmörder handelte. Zumal dadurch, dass die muntere Reisegruppe mehr oder weniger auf das Hotel der Freundschaft und dessen Umkreis beschränkt war, die Geschichte eine nette Komponente von „Mord-im-verschlossenen-Raum“ hatte. Von den Geschichten und den Figuren her also wieder ein sehr unterhaltsamer Dr.-Siri-Teil.
Weniger unterhaltsam und eher recht ärgerlich war, dass diesmal ein neuer Sprecher für das Hörbuch zum Zuge kam. Generell habe ich eher weniger Probleme damit, wenn Sprecher wechseln. Im Falle von Dr. Siri war es auch so, dass Jan Josef Liefers eine wunderbare Vorlage eines humorigen, kauzigen Doktors lieferte, der Peter Weis später sehr gerecht wurde. (Auf Grund der älteren Stimme empfinde ich Weis sogar als passender für den Doktor denn Liefers.) Warum sich der Hörverlag allerdings dazu entschlossen hat, Fabian Hinrichs lesen zu lassen, bleibt mir schleierhaft. Waren die anderen beiden verhindert/ zu teuer geworden? Gibt es keine anderen Sprecher mit alten Stimmen, die zum Doktor passen? Fabian Hinrichs mag zwar Anfang vierzig sein, klingt aber wie Mitte zwanzig und liest dazu noch über jede Spitze der Figuren hinweg als könnte er Ironie und Zynismus nicht einmal buchstabieren. Das führte dazu, dass ich über ein Jahr gebraucht habe, mich reinzuhören und nicht schon die Lust nach fünfzehn Minuten Hörzeit zu verlieren.
Wer also kann, sollte diesen Teil lieber als Buch lesen. Den nächsten Band (Dr. Siri und die Geisterfrau) liest dann, glücklicherweise, wieder Peter Weis.

Cotterill, Colin: Dr. Siri und der explodierende Drache
978 3 8445 1884 9
Der Hörverlag
August 2015
Höruch, 10 Stunden

Aus dem Off, Neuzugänge

Oh Freude, es war Weihnachten!
Nun ja, nicht ganz. Als Händler ist Weihnachten eher Stress pur, weil so ziemlich alle Leute fusselig im Kopf und aufgedreht sind und – idealerweise – alles wegkaufen, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Meine (Weihnachts)Stimmung pendelt also seit Jahren bei konstanten, arktischen Temperaturen, um sich in den ersten Wochen des neuen Jahres wieder zu akklimatisieren. Nichtsdestotrotz war das Fest nicht ganz so schlimm verlaufen wie befürchtet, auch wenn natürlich viel Kram liegen geblieben ist. Außerdem gab es auch Bücher, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob die Anzahl eher gut oder schlecht für mich (und mein Buchregal) ist:

Geschenk: Der große deutsche Märchenschatz von Erich Ackermann (Hrsg.)

Zuerst hielt ich das Buch für ein unglückliches Geschenk, da ich mich doch schon als recht bewandert in deutschen Märchen betrachte – überraschenderweise enthält das Buch aber viele Geschichten, die ich noch nicht kenne, und die von den Standartmärchen der Grimms abweichen (auch wenn grimm’sche Märchen enthalten sind, nur glücklicherweise nicht die großen). Schön ist auch, dass besonders viele Märchen enthalten sind sodass lange Lesefreude garantiert ist.

Geschenk: Skandinavische Weihnachten von Esther Kalb (Hrsg.)

Oh, das ist so ein schönes HC, das ich schon lange im Laden bewundert habe! Und vor allem: Mumins! Etwas blöd, dass Weihnachten nun vorbei ist, andererseits tut so ein bisschen heimelige Stimmung an kalten Januartagen sicher auch gut.

Das Haus an der Düne von Agatha Christie
Jedes Mal, wenn ich in Gera bin, suche ich eine bestimmte Buchhandlung auf, in der Hoffnung, auf eine Bekannte zu treffen, die dort lernte, und jedes Mal sehe ich sie nicht. Gut, kann natürlich sein, dass sie dort nicht mehr ist (wir waren in einer Klasse) und ich weiß nicht, ob sie übernommen wurde oder doch wieder in die Heimat zurück zog. Für die Buchhandlung ist es dennoch gut, weil ich sogleich natürlich auch etwas kaufe. Und warum auch immer, kaufe ich jedes Mal ein Buch von Agatha Christie. Dieses Mal hatten sie leider keine Miss-Marple-Fälle, aber dafür macht Atlantik auch superschöne Cover für die Poirot-Fälle und weil mir das Setting gefällt, durfte das Büchlein dann doch mit.

Die schönste Zeit des Jahres von J. Vellguth

Zugegeben, es war die Neugier, ob sich Jacky im Laufe ihres 12in12 merklich gebessert hat. Außerdem wollte ich etwas weihnachtliches Lesen, in der Hoffnung, doch so ein bisschen in Stimmung zu kommen (und weil ein Dreierband Lord & Ladies doch nicht genug ist …). Leider war ich dann doch zu beschäftigt, um damit noch vor Weihnachten, oder überhaupt im Dezember, anzufangen, aber gut, es läuft ja auch nicht weg und der richtige Winter mit Schnee und Kälte steht ja noch aus.

Aus dem Off, Currently Reading Galore

Es ist die letzten Wochen einiges liegengeblieben, das ich hier als Kurzrezensionen/ Zwischenbericht abarbeiten/ aufgreifen mag, zumal sich auch wieder viele Neuzugänge bei mir stapeln …

Nexus von Ramez Naam

Ulkigerweise war mir, nachdem ich Extraleben beendet hatte, dieses Hörbuch ins Auge gesprungen – es aber in Lichtgeschwindigkeit durchgehört, hat es meine bessere Hälfte. Mir kam der NaNo dazwischen, und ich werde auch nicht mit den Figuren warm.
Als Nexus eingeführt wird (haha), folgen zwei kurze Szenen voller Sex/ Porn aufeinander sodass ich zuerst dachte, Nexus wäre nur ein Spielzeug für Erwachsene und ich im falschen Genre gelandet. Aber die Story entwickelt sich, die Möglichkeiten, die sich mit Nexus entwickeln sind grotesk – ich hätte sie aber trotzdem gern. Zumindest würde Nexus sicherlich die Kommunikation zwischen mir und meiner besseren Hälfte erleichtern.

Bittersweet Discipline von Mia Kingsley

Wie war das: Ich bin gespannt auf ihre neuen Bücher, weil ich dachte, dass sie sich weiterentwickelt hat? Weit gefehlt! Keine Ahnung, was da los war, aber die Geschichte hatte weder Prickeln, noch Logik oder war überhaupt glaubwürdig. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass Frau Kingsley ihre anderen Geschichten über Monate hinweg geschrieben hat, aber so einen Schnellschuss (no pun intended) – nee, das war ein Schuss in den Ofen. Es mögen zwar nur 99 Seiten gewesen sein, aber ein bisschen mehr Substanz hätte ich dann doch erwartet.

Strange Memories: Verhängnisvolle Entscheidung von Mia B. Meyers

Ich bin ja so ein bisschen skeptisch, was diese ganze Milliardärs-Erotik angeht, auch wenn ich sie lese. Strange Memories hat mich bisher aber kalt erwischt und überrascht: Die weibliche Hauptfigur ist weder gertenschlank, noch die Jungfrau, die durch Sex erlöst werden muss. Auch ihr LI fällt zwar immer noch den Kategorien herrisch und dunkel & geheimnisvoll zu, steht aber auch nicht auf Hungerhaken und entwickelt an der Prota mehr Interesse als sie einfach nur flachzulegen. Davon abgesehen, dass die Prota eine herrliche Erzählstimme hat. Aber vor allem reiht sich bisher nicht logik-los Sex-Szene an Sex-Szene. Ich bin gespannt wie es weitergeht, die Messlatte hängt jedenfalls sehr hoch.

Revival von Stephen King

Die Onleihe ist Schuld! xD Aber vor allem liegt Revival gerade als Paperback auf den Tischen, sodass ich nicht widerstehen konnte. Bisher ist nicht viel passiert, aber ich lass mich überraschen wie Herr King das noch deixeln will. Der Priester scheint mir jedenfalls eine sehr interessante Figur zu sein, weil ich glaube, dass er schon ein bisschen zwischen seinen technischen Spielereien und dem Glauben schwankt.

Aus dem Off, Neuzugänge

Oh je, mal schauen, ob ich alle zusammen bekomme. Zwei Monate sind eine lange Zeit, und ich leide immer noch an ein bisschen NaNo-Alzheimer und muss erstmal ins Hier und Jetzt zurückfinden. Außerdem fahre ich immer noch die Politik der „Kaufe wenig Bücher, du hast genug!“ – durch E-Books, aber auch die Onleihe, wird diese aber regelmäig aufgeweicht. Ups.

Just My Type von Simon Garfield

Hand Lettering als Schlagwort greift im Hobbybereich mittlerweile um sich – was ich ganz wunderbar finde, weil Zierschriften von Hand einfach cool sind. Just my Type ist allerdings schon einiges älter (in dieser Ausgabe von 2011) und beschäftigt sich mit der Entwicklung von Fonts, deren Geschichte eng mit denen von PCs verbunden ist. Bereits im ersten Kapitel sehr erhellend und vom Humor her gut zu lesen.

Handgeschriebene Schriften Franz Endreß

Das ist nur eine kleine Sammlung von Zierschriften, die ich mir zugelegt habe, um eben mein eigenes Repertoire zu erweitern.

Liebe auf Gansett Island von Marie Force

Keine Ahnung, warum Amazon ausgerechnet mir ein E-Book schenken will, aber warum sollte ich nicht zugreifen. Zumal es eine liebe Mitzirklerin übersetzt hat, und da es ja jetzt lange und früh dunkel ist, ist so ein bisschen Schnulz, um die Stimmung zu heben, auch nicht verkehrt.

Die Partitur der Gewalt von Romy Wolf

Eigentlich stand es nicht auf meiner aktuellen Besorgungsliste, da der Verlag allerdings aufgelöst wurde, habe ich mir noch schnell ein E-Book gesichert.

Strange Memories: Verhängnisvolle Entscheidung von Mia B. Meyers

Okay, ja, Asche über mein Haupt, ich bin auf den Amazon-Algoritmus hereingefallen und nach den zahlreichen Rezensionen, habe ich der Sache doch mal eine Chance gegeben, und wurde nicht enttäuscht. Warum die Autorin die Geschichte für 99cent heraus wirft, bleibt mir bisher noch ein Rätsel.

Bittersweet Discipline von Mia Kingsley

Nach Scars & Scarlett habe ich mir doch mal einen Ruck gegeben und zum (damals) neuesten Werk gegriffen.

Verstecktes Herz von Thomas Dellenbusch

Gab es wieder kostenfrei bei Amazon, ich weiß gar nicht mehr warum. Ist zwar nicht unbedingt mein Beuteschema (60er Jahre, bayrisches Dorf), aber warum soll man sich nicht einmal überraschen lassen und über den eigenen Tellerrand hinaus schauen?

Und aus der Onleihe gab es diesmal:

Gruselkabinett 32 – Jagd der Vampire (Teil 1 von 2)
Gruselkabinett 44 – Berge des Wahnsinns (Teil 1 von 2)
Gruselkabinett 45 – Berge des Wahnsinns (Teil 2 von 2)
Gruselkabinett 43 – Das Haus des Richters
Stephen King: Revival, Mr. Mercedes, Finderlohn

KG & Novellen, Schriftsteller

Als sich zwei gescheiterte Existenzen Hollywoods auf einer Strandparty kennen lernen – sie will sich im Meer ertränken, er schaut ihr zuerst belustig zu und rettet sie dann doch – ist ihr Schicksal besiegelt. Wie in einem Arthouse-Film gehen sie miteinander aus, sollten sich lieben lernen, und können doch nicht über den Schatten ihres Selbsthasses hinweg springen.

Dass Schrifsteller nicht unbedingt leichte Gemüter sind, kann ich an mir selbst gut genug beobachten. Alfred Hayes Protagonist jedoch scheint mir jener Kategorie anzugehören, die längst aufgegeben hat und sich ihrem Schicksal fügt. Wie es sich dann auch für ein Buch aus einem Literaturverlag gehört, bleibt die Handlung alldieweil auf der Strecke, und bei den Figuren fragt man sich, wozu sie überhaupt existieren und warum sie sich nicht einfach aus dem Weg gehen.
Gut, sowohl die Epoche innerhalb des Romans als auch jene, in der er entstanden ist, sind weit entfernt von unserer heutigen Lebensrealität. Trotzdem konnte ich irgendwann nicht mehr an mich halten und rollte bald mit den Augen, wenn der Erzähler die weibliche Hauptfigur als hübsch beschrieb. Oder eben als nicht hübsch in Situationen, in denen sie sich auf eine Art und Weise verhielt, die ihm nicht passte. (Stellt euch vor, jemand rettet euch das Leben, und das einzige, woran der denkt, ist seine dreckige Hose, was ihn auch noch verärgert, und dann sagt der euch noch, ihr seid nicht hübsch. Als wenn das alles in einer solchen Situation relevant wäre.) Warum der Erzähler dann überhaupt mit der Frau zusammen bleibt, erschließt sich mir auch nicht. Vermutlich ist es nur der Sex. (Der glücklicherweise auch gar nicht beschrieben wird.) Dass der Erzähler mit seiner Ignoranz und Ablehnung am Ende ein Leben auf dem Gewissen hat, geschieht ihm ganz recht. Auch wenn es mir um das Leben etwas Leid tut.
Im Gegensatz zu den Figuren, ist der Stil angenehm flüssig zu lessen. Eine Spannung hingegen kommt nicht auf, alles steuert auf das unvermeidliche Ende zu. Sicherlich ist das gewollt, aber ich bin dem einfach überdrüssig.

Ob der ganze Roman damit auch relevant ist, ist fraglich. Alles für ein bisschen Ruhm ist weder das erste Buch oder der erste Film, der sich des Themas „die hässliche und wahre Seite Hollywoods“ annimmt, noch tut er das auf eine sonderlich erhellende/ bissige/ sonstwie herausragende Weise. Insgesamt war ich einfach sehr froh als das Buch ausgelesen war, weil alles, was blieb, nur die Frage war: „Aha, und nun?“

Hayes, Alfred: Alles für ein bisschen Ruhm
9783312009978
Nagel & Kimche
2016
E-Book, ca. 144 Seiten

Aus dem Off, Lesechallenge

Diesen Monat ist es mal wieder recht still geworden, weil ich zu sehr mit dem NaNoWriMo beschäftigt war, oder sagen wir es so, dass ich beschäftigt war, ihm aus dem Weg zu gehen. Darüber habe ich dann auch völlig das Bloggen vergessen. Mea Culpa.
Weniger erfreulich entwickelte sich auch meine selbstgestellte Challenge, in diesem Jahr 60 Bücher zu lesen. Ohnehin ist das ganze Jahr irgendwie für’n Poppes gewesen, da verwundert es auch nicht, dass ich kaum zum Lesen gekommen bin und mich mit viel Kurzem und auch vielen Hörbüchern durchs Jahr schlängelte. Insgesamt habe ich dann in diesem Monat beschlossen, mein Soll auf 40 Bücher zurück zu schrauben. Das ist immer noch viel, wenn man bedenkt, dass man als Vielleser ab zehn Büchern im Jahr gilt, aber gut schaffbar. Mir bleibt jedenfalls noch ein Monat, um elf Bücher zu lesen. (Also ironischerweise das, was manche in einem Jahr lesen.) Und so ein Spaziergang wird das am Ende auch nicht, schließlich ist ja auch Weihnachten und Neujahr. Bleiben mir also eigentlich nur drei Wochen. Irks. Genug Bücher auf dem SuB habe ich jedenfalls, um ihn frohen Mutes halbieren zu wollen. Vor allem nachdem sich dank Onleihe Stephen-King-Romane auf meinem Handy stapeln. Ich überlege tatsächlich, mir sogar noch einen Tolino zu kaufen, weil Lesen auf dem Handy im Bett unbequem ist, und weil die Tolino-App einfach keine schöne Hintergrundfarbe hat. #firstworldproblemsolé

Aus dem Off, Currently Reading Galore

Hoppala, schon wieder eine Woche herum – und dieses Mal habe ich endlich Hayes Alles für ein bisschen Ruhm beendet. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von der Geschichte halten soll. Vermutlich werde ich noch ein bisschen recherchieren, warum sich der Verlag gedacht hat, nach so vielen Jahren ausgerechnet das zu veröffentlichen. (Es hat schlicht weder den Charme von The Great Gatsby noch ist es sonderlich aufschlussreich oder die Story sonderlich spannend.)

Wieder angefangen habe ich anschließend Der fünfte Elefant von Terry Pratchett, das ich damals für Herr aller Dinge von Eschbach unterbrochen hatte. Hat zwar noch ein weiteres, und nicht minder enttäuschendes, Buch gedauert, und ich musste erstmal einiges querhören, um wieder rein zu kommen, dafür ist das Hörbuch jetzt umso mehr eine Belohnung; einfach, weil es mich eben nicht verärgern kann. Nicht mit diesem Autor und diesem Sprecher. Ich habe noch ungefähr fünf Stunden vergnügliches Hören vor mir, die werde ich sicher noch vor November schaffen. <3

Aus dem Off, Currently Reading Galore

Da ich für den NaNoWriMo plotte, komme ich mit Lesen nicht so recht voran. Allerdings habe ich es geschafft, mich endlich mal bei der Onleihe anzumelden. Entsprechend gibt es für diese Woche nur ein neues Buch, das ich angefangen habe. (Und das ich auch schnell beenden muss, die Frist ist bald wieder um. xD)

Alles für ein bisschen Ruhm von Alfred Hayes

Ich bin eher zufällig auf einem anderen Literaturblog drüber gestolpert (wenn ich noch wüsste, welcher das war). Es geht um einen Schriftsteller, das reichte, um mich neugierig zu machen. ;D Allerdings ist dieser Schriftsteller etwas komisch. Anstatt einer betrunken Frau, die ins Meer torkelt, zu helfen, amüsert er sich über sie und ist zugleich von seiner ganzen Situation gelangweilt. Später, als seine Ehe beschrieben wird, klingt das auch nicht sonderlich aufbauend, und bisher ist die Hauptfigur auch recht passiv.
Gut, ist eben kein Schmöker, war mir auch klar, entsprechend gebe ich dem Buch noch ein bisschen, um sich zu entwickeln. Allzu weit bin ich nicht. (Wie ich diese Art von Büchern einschätze, erwarte ich aber auch nicht zu viel.)